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NWZonline.de Sport

Auf der Suche nach dem richtigen Weg

17.05.2016

Die grün-weiße Partylaune kannte nach der Rettung in vorletzter Minute keine Grenzen. Jene Fans, die das Weserstadion zuletzt in ein Tollhaus verwandelt hatten, feierten ihr Team – sie dürfen aber vor allem sich selbst feiern. Ohne ihre grandiose Unterstützung in den letzten Wochen hätte Werder wohl zumindest den Umweg Relegation nehmen müssen.

Grund zur Freude gibt es ansonsten beileibe nicht. Das glückliche Ende einer Saison voller Rückschritte darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Verein seine Ziele meilenweit verfehlt hat. Auf dem vielzitierten Werder-Weg sind die Bremer längst vom Pfad abgekommen.

Viktor Skripnik muss sich den Vorwurf gefallen lassen, aus dem stärksten Kader der vergangenen drei Jahre viel zu wenig herausgeholt zu haben. Eine Weiterentwicklung der Mannschaft? Nicht vorhanden. Eine Spielidee? Fehlanzeige. Eine Handschrift des Trainers? Kaum zu entziffern. Werder lebte in dieser Spielzeit von einem starken Teamgeist, großem Einsatz und der immer wieder aufblitzenden individuellen Qualität von Pizarro, Junuzovic und Co.

Mit dem Klassenerhalt beginnt nun das Bemühen, wieder den richtigen Kurs zu finden. Dass Thomas Eichin im Moment des „Triumphes“ zunächst ein Bekenntnis zu Skripnik vermied, schien auf eine schon länger prognostizierte Trennung im Sommer hinzudeuten. Am Montag aber betonte der Sportchef plötzlich doch, man wolle den Weg mit dem Ukrainer weitergehen.

Diese Rückendeckung kommt durchaus überraschend. Eichin, der sich selbst als Gegenpol der heilen Werder-Familie versteht, vermittelt seit Wochen den Eindruck, dass er die letzte Überzeugung in den Trainer verloren hat. Dem Sportchef ist der nervenzehrende Abstiegskampf zu wenig. Und er ist es leid, die zuletzt vermehrt auftretenden verbalen Irrgänge von Skripnik in der Öffentlichkeit korrigieren zu müssen.

Am Sonnabend noch hatte Eichin eine schonungslose Analyse mit Aufsichtsrat und Geschäftsführung angekündigt. Vielleicht musste er frühzeitig einsehen, dass sein Wort in der Bremer Chefetage nicht so viel Gewicht hat wie gewünscht. Aufsichtsratsboss Marco Bode, Geschäftsführer Klaus Filbry oder auch Ehrenpräsident Klaus-Dieter Fischer stehen jedenfalls für den beharrlichen Werder-Weg – und haben auch während der Krise deutlich eindringlicher als Eichin betont, dass sie diese Route mit dem Trainer fortsetzen wollen.

Eichin wird dennoch weiter den Finger in jede Wunde legen. Sollte er mit seinen Ansichten aber auch künftig scheitern, befindet er sich schneller als gedacht selbst in der Sackgasse. Gut möglich, dass sein einziger Ausweg dann der Abgang ist.


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