Jona/Ahlhorn - Am späten Sonntagabend kehrten die Bundesliga-Faustballerinnen des Ahlhorner SV in die Heimat zurück. Mit im Gepäck: Die Silbermedaillen, die die Mannschaft von Trainerin Edda Meiners beim Europacup im schweizerischen Jona gewonnen hatte.
Doch von vorne: Bereits am Hamburger Flughafen gab es am Freitagabend bei der Hinreise zum Turnier wegen des G-20-Gipfels erhebliche Verzögerungen, so dass die Ahlhornerinnen erst spät in dem Ort bei Zürich ankamen. „Es war eine hektische Anreise“, erzählte ASV-Abteilungsleiter Ulrich Meiners. Und auch die Wetterbedingungen waren eine Herausforderung: „Am Anfang hatten wir 35 Grad Celsius und das letzte Spiel am Samstag fand dann bei Regen und Wind statt – es war alles dabei“, schilderte er.
Dazu hatten es die ASV-Frauen in ihrer Gruppe B gleich mit den drei aktuellen Meistern aus Deutschland (TV Jahn Schneverdingen), Österreich (Linz Urfahr) und der Schweiz (TSV Jona) zu tun. Und gleich das erste Spiel gegen Schneverdingen stand auf der Kippe – und wurde schließlich knapp mit 2:3 verloren. Aber: „Die Mannschaft hat das toll weggesteckt“, lobte Trainerin Edda Meiners.
Starker Kampfgeist
Und so stand am frühen Nachmittag das zweite Gruppenspiel gegen Linz an. Mit Kampfgeist und einer geschlossenen Teamleistung gewann der ASV dieses Spiel mit 3:1 Sätzen. „Kleinigkeiten haben diese Begegnung entschieden“, sagte Ulrich Meiners anschließend. Nur der letzte Durchgang war mit 11:3 relativ deutlich.
Nach diesem Spiel hatten alle Mannschaften dieser Gruppe 2:2 Punkte. Somit war klar, dass nur die Sieger der letzten beiden Partien ins Halbfinale kämen. Auf dem Centercourt ging es für die Ahlhornerinnen nun gegen Gastgeber Jona. Dort lag der ASV bereits 1:2 nach Sätzen hinten, gewann den dritten Durchgang und entschied auch den entscheidenden Abschnitt mit 12:10 in der Verlängerung für sich. „Unser Vorteil war wieder die mentale Stärke“, sagte die Trainerin.
Aufgrund des direkten Vergleichs landete Ahlhorn als Gruppenerster im Halbfinale – und traf dort am Sonntag auf den Zweiten der Gruppe A, Union Raiffeisen Nussbach aus Österreich. „Die Mannschaft war nicht mehr so frisch und es waren sehr umkämpfte Sätze – erneut hat uns die mentale Stärke gerettet“, erklärte Ulrich Meiners nach dem 3:0-Erfolg. Der Einzug ins Finale war geschafft.
ASV vergibt Satzbälle
Dort traf der ASV schließlich auf den TSV Dennach (Baden-Württemberg). Das Team von Coach Rudolf Reuster hatte bis zum Halbfinale keinen Satz abgegeben und setzte sich im Halbfinale gegen Linz mit 3:1 durch. Im Endspiel gewann der TSV auch gleich den ersten Durchgang (11:7), doch der ASV holte sich den zweiten Satz (11:6). Im dritten Abschnitt hatten die Ahlhornerinnen zwei Satzbälle – und verloren den Durchgang noch mit 11:13. Die Vorentscheidung, denn bei Gegenwind und Regen ging auch der vierte Satz mit 11:9 an die Dennacherinnen.
„Natürlich waren wir erstmal enttäuscht“, sagte Ulrich Meiners. Doch: „Die Mannschaft hat eine Top-Leistung geboten – wir sind stolz darauf, was das Team geleistet hat“, lobte er. Dabei kam wegen der Rückreise nur eins zu kurz: das Feiern. „Das wird nachgeholt“, versprach der Abteilungsleiter. Denn: „Wir sind stolz auf die Silbermedaille.“
