Oldenburg/Elversberg - Dass der VfB Oldenburg an diesem Samstag (14 Uhr/NDR) beim Spitzenreiter der 3. Liga gastiert, ist eine dicke Überraschung. Die SV Elversberg, als Mitaufsteiger in die Saison gegangen, ist die große Sensation im deutschen Profifußball. 16 Siege, zwei Unentschieden und nur drei Niederlagen lautet die starke Bilanz eines Teams, das nach dem Aufstieg aus der Regionalliga Südwest punktuell und intelligent verstärkt wurde – und dem bei 14 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz (der SC Freiburg II darf als Erstliga-Reserve nicht aufsteigen) der Durchmarsch in die 2. Liga kaum noch zu nehmen ist.
Einen „bockstarken Gegner“ hatte VfB-Trainer Dario Fossi bereits im Hinspiel gesehen. Einen „spielstarken Rivalen“, von dem sein Team „beeindruckt“ war. Als der VfB am vierten Spieltag der laufenden Saison dennoch bis zur 84. Minute (glücklich) mit 2:1 führte, jedoch mit 2:3 verlor, war noch nicht zu erahnen, wie herausragend die Spielvereinigung anschließend durch die Spielzeit marschieren sollte.
Vier Namen stechen bei Elversberg heraus. In Luca Schnellbacher verfügt der Tabellenführer über den zweitbesten Torjäger der Liga. Zwölf Treffer hat er auf dem Konto, vier Vorlagen kommen hinzu. Damit kommt er auf 16 Scorerpunkte – genau wie sein Kollege Jannik Rochelt, bei dem diese sich auf acht Tore und acht Vorlagen verteilen. Der bekannteste Profi im Kader ist Nick Woltemade, den „die Elv“, wie sie sich selbst nennt, für ein Jahr von Bundesligist Werder Bremen ausgeliehen und der sich als Glücksgriff erwiesen hat. Vier Treffer und sechs Vorlagen lieferte der 20-Jährige in 15 Einsätzen, längst sind größere Clubs aus dem In- und Ausland auf ihn aufmerksam geworden. Auch der VfB Oldenburg hatte im Sommer-Transferfenster sein Interesse bei Werder (hier besitzt er noch einen Vertrag bis 2024) hinterlegt. Doch die finanziellen Vorstellungen von Verein und Spieler lagen viel zu weit auseinander.
Den überragenden Elversberger Angriff komplettiert Manuel Feil, mit zehn Assists der beste Vorbereiter der 3. Liga. Hinzu kommen bei ihm vier eigene Treffer. 53 Tore hat die Offensivmaschinerie abgeliefert, 14 mehr als der Tabellenzweite Wiesbaden, doppelt so viele wie Freiburg II.
Allerdings: In Schnellbacher fällt der beste Angreifer vorerst aus. Der 28-Jährige zog sich beim beeindruckenden 4:0-Erfolg am vergangenen Samstag im Saarland-Derby beim 1. FC Saarbrücken in der Anfangsphase einen Außenbandriss zu. Er biss auf die Zähne, erzielte noch zwei Tore, musste dann aber in der Halbzeit ausgewechselt werden.
Elversberg allerdings allein auf die Offensive zu reduzieren, wäre falsch. Die „Elv“ stellt auch die beste Abwehr der 3. Liga, kassierte erst 18 Gegentreffer. Der VfB war im Hinspiel eines von nur vier Teams, die es bisher geschafft haben, mehr als ein Tor während der 90 Minuten gegen die Mannschaft von Trainer Horst Steffen zu erzielen.Die Aufgabe könnte für den VfB am Samstag also größer nicht sein. Es wird das erste Oldenburger Pflichtspiel in der Gemeinde Spiesen-Elversberg – in der kommenden Saison wird wohl kein zweites hinzukommen. Dann geht die „Elv“ wahrscheinlich in Liga zwei auf Torejagd.
