Ganderkesee/Caen - Alles war für Vielseitigkeitsreiterin Sandra Auffarth perfekt angerichtet. Die 27-Jährige ging mit ihrem französischen Wallach Opgun Louvo als letzte der 91 Teilnehmer der Dressurprüfung im Vielseitigkeitswettbewerb bei den Weltreiterspielen in Caen an den Start. Nachdem bereits ihre Teamkameraden Michael Jung, Ingrid Klimke und Dirk Schrade mit soliden Ergebnissen vorgelegt hatten, bewies die Bergedorferin, warum sie zum Favoritenkreis bei der Weltmeisterschaft in der Normandie zählt.

Mit einer Wertung von 35.2 Fehlerpunkten startete die Sportlerin vom Reitverein Ganderkesee mit „Wolle“ direkt auf Rang eins durch. Mit einer fehlerfreien Leistung unterstrich die 27-Jährige ihre Favoritenrolle und verwies den Briten William Fox-Pitt auf Chilli Morning, der bereits am Donnerstag seine Prüfung ablegte, mit 37.5 Fehlerpunkten auf Rang zwei. Den dritten Platz belegt momentan Jonathan Paget aus Neuseeland mit 38.0 Punkten. Dahinter folgen Jung und Klimke.

„Wolle ist super drauf und zeigte sich auch schon am Mittwoch in sehr guter Verfassung. Er weiß genau, um was es geht und ist wie immer sehr motiviert“, freut sich Auffarth über die tolle Leistung ihres Wallachs, der in der Nähe seiner Geburtsstätte aufblüht. Im Dressurviereck zeigten Reiterin und ihr zwölfjähriges Pferd eine unaufgeregte Leistung und setzten sich vor den Augen von Equipechef Hans Melzer und ihren Teamkollegen an die Spitze der Einzelwertung.

Auch in der Mannschaftswertung ist die deutsche Auswahl weiterhin auf Goldkurs. Dirk Schrade kam am Vormittag auf Hop and Skip auf 45.3 Fehlerpunkte. Nach den Auftritten von Michael Jung (40.7 Fehlerpunkte auf Rocana) und Ingrid Klimke (41.2 Fehlerpunkte auf Escada) hievt Auffarths Paraderitt die deutschen Vielseitigkeitsreiter mit 116.9 Fehlerpunkten auf den ersten Rang und einen ersten Schritt an das noch fehlende WM-Gold in der Mannschaftswertung. Auf Rang zwei liegt Neuseeland mit 125.5 Fehlerpunkten vor den USA (138.8).

Weiter geht es für Auffarth und die deutsche Equipe an diesem Sonnabend beim Geländeritt. Auf einem 6,55 Kilometer langen Parcours müssen Pferd und Reiter 35 Hindernisse bewältigen. Vor allem die hügelige Streckenführung fordere dem Gespann konditionell alles ab. „Es wird rauf und runter gehen. Es wird darauf ankommen, wie schnell wir uns an den Parcours gewöhnen können“, erklärt die Bergedorferin.

Dann kann die Reiterin aus dem Landkreis auch auf die Unterstützung vieler Reiter aus der Heimat setzen. „Viele Reiter vom Reitverein Ganderkesee sind extra nach Frankreich gefahren, um Sandra bei der Weltmeisterschaft zu unterstützen“, berichtet Andrè Jonker, der erste Vorsitzende des Vereins. Beim Olympia-Sieg der Ganderkeseerin im Jahr 2012 hatte der Heimatverein von Sandra Auffarth noch ein Public Viewing zu den Wettkämpfen ihrer prominentesten Vertreterin ausgerichtet.

Lars Puchler
Lars Puchler Redaktion Lokalsport Ammerland