Oldenburg - Das Pokal-Aus in München nahm Pedro Calles auch ein Stück weit auf seine eigene Kappe. „Wir waren mental und physisch nicht ready, das nehme ich auf mich. Wir müssen verstehen, dass es mehr benötigt gegen ein Team von ihrer Qualität als das, was wir heute geboten haben“, gab der Trainer der EWE Baskets Oldenburg am Sonntagabend nach der deutlichen 73:101-Niederlage beim FC Bayern offen und ehrlich zu. Doch allzu lange hadern konnte der Spanier mit dem frühen Aus im Achtelfinale nicht. Schließlich steht schon der nächste Wettbewerb in den Startlöchern.
Die Pokal-Analyse
Am späten Sonntagabend flogen die Baskets schon wieder in Richtung Oldenburg, um den Montag dafür zu nutzen, die Niederlage aufzuarbeiten und sich auf das nächste Ziel intensiv vorzubereiten. „Wir werden analysieren, wie es dazu kam, nicht wegen des Resultats, sondern wegen des Bildes, was wir abgegeben haben. Wir sind am Anfang, ein Team zu bilden. Aber natürlich erwarte ich mehr von uns“, sagte der 40-Jährige.
Die Wiedergutmachung
Da kommt der Auftakt in der Basketball-Champions-League (BCL) an diesem Dienstag (20 Uhr, große Arena) gegen SIG Straßburg für die Oldenburger gerade recht, um das Pokal-Aus in München schnell abzuhaken und den Lernprozess zügig voranzutreiben. „Wir müssen weiter daran arbeiten, unseren Stil, unsere Identität über 40 Minuten umzusetzen. Aktuell ist das Auf und Ab innerhalb des Spiels und zwischen den Spielen zu groß. Darauf müssen wir uns im Moment fokussieren“, sagte Calles am Montag mit Blick auf das Spiel gegen den französischen Dauer-Teilnehmer (seit 2016 mit dabei) in diesem europäischen Wettbewerb. Straßburg setzte sich Anfang Oktober in einem Qualifikationsturnier im türkischen Antalya durch und schaffte als einer von drei Qualifikanten den Sprung ins 32er-Hauptfeld. Weitere Baskets-Gegner sind Pinar Karsiyaka aus dem türkischen Izmir und BC Oostende aus Belgien.
Die BCL-Historie
Die Baskets gehörten 2016 zu den Gründungsmitgliedern des damals neu geschaffenen Wettbewerbs der Fiba und spielten auch in der Folgesaison in der BCL. Anschließend setzten die Oldenburger international aus, ehe sie in der Spielzeit 2019/20 am Eurocup – einem Konkurrenzwettbewerb der Europäischen Basketball-Vereinigung Uleb, deren Zugpferd die Euroleague ist – an den Start gingen. Pandemiebedingt verzichteten die Baskets ein Jahr später auf das europäische Geschäft. Zuletzt spielten sie 2021/22 in der Champions League – vergangene Saison traten die Oldenburger nicht in Europa an. Bei ihren drei BCL-Teilnahmen erreichten die Baskets zweimal das Achtelfinale und schieden zuletzt nach der Gruppenphase aus.
Der erste Auftritt
Bei ihrer bisher vierten Teilnahme und dem ersten Aufritt der Saison auf der europäischen Bühne brennen nicht nur die Spieler auf die Wiedergutmachung, auch die Oldenburger Fans haben richtig Lust auf Europapokal. Die Baskets erwarten nach eigener Aussage mehr als 5000 Zuschauer in der Arena – Rekordkulisse in der Champions League. Nur im März 2020, als die Oldenburger gegen Promitheas Patras aus Griechenland um den Einzug in das Eurocup-Viertelfinale spielten, schauten mehr Fans (5750) auf europäischer Bühne zu. „Ich freue mich auf das erste internationale Spiel vor unseren Fans und freue mich, dass wir die Energie von über 5000 Fans haben werden“, fieberte Baskets-Trainer Calles seiner ersten Europacup-Partie mit den Oldenburgern entgegen. Der Zuspruch der Baskets-Fans verspricht schonmal eine glanzvolle Champions-League-Nacht.
