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HANDBALL Neerstedtern fehlt ein wenig Cleverness

LARS PINGEL

AURICH - Viel hat nicht gefehlt. Die Regionalliga-Handballer des TV Neerstedt waren am Sonnabend drauf und dran, dem Zweitliga-Absteiger OHV Aurich die Premierenfeier in seiner gerade fertiggestellten Sparkassenarena zu vermiesen. Erst in den letzten elf Minuten bekamen die Gastgeber die auf hohem Niveau stehende Partie vor 1100 Zuschauern in den Griff und sicherten sich einen 33:29 (18:13)-Heimsieg. „Es war mehr drin“, urteilte TVN-Trainer Dag Rieken. Trotzdem lobte er seine Spieler für ihre starke Leistung. „Ich bin sehr zufrieden damit, wie wir aufgetreten sind“, sagte er. „Es hat mir gefallen, wie groß die Motivation war. Klasse war vor allen Dingen, wie wir es geschafft haben, einen Fünf-Tore-Rückstand in einen Zwei-Tore-Vorsprung zu verwandeln. Dann müssen wir den Sack aber zumachen.“

Der TVN begann in Aurich in der selben Formation, wie in der Vorwoche beim Heimsieg über den TSV Bremervörde (35:30). Und erneut präsentierte sich die 6:0-Abwehr einschließlich ihres Torwart Maik Haverkamp in sehr guter Verfassung. Im Angriff wussten die Neerstedter mit schnellen Kombinationen zu gefallen. Ähnliche Stärken warfen die Auricher in die Waagschale. Die körperlich klar überlegenen OHV-Akteure bauten eine bewegliche 6:0-Abwehr mit einem massiven Innenblock auf, spielten gute Konter und waren im Rückzugsverhalten stark. Außerdem konnten sie sich auf ihren Torhüter Jens Lievens verlassen. Vor allem seinen Paraden hatte es der OHV zu verdanken, dass er am Ende der ersten Halbzeit scheinbar die ersten Schritte auf die Siegerstraße machte. Nur zweimal brachte der TVN den Ball zwischen der 22. (11:10) und der 30. Minute (13:18) an Lievens vorbei.

Die Neerstedter waren allerdings noch längst nicht besiegt. „Ich habe der Mannschaft in der Pause gesagt, dass sie zurückkommen kann“, erzählte Rieken nach dem Schlusspfiff. Seine Akteure hatten ihm wohl geglaubt, sie begannen den zweiten Abschnitt hoch konzentriert. Gute Deckungsarbeit und die Tore vom rechten Rückraumspieler Stefan Timmermann und von Rechtsaußen Bastian Carsten-Frerichs brachten dem TVN eine 20:18-Führung. Das sorgte für besorgte Gesichter unter den OHV-Fans und für Aufregung beim Hallensprecher, der sich immer wieder regelwidrig während des Spiels zu Wort meldete, um für Unterstützung für den OHV zu werben.

Die Auricher Spieler ließen sich allerdings nicht aus dem Konzept bringen. Torhüter Lievens wurde zusehends stärker, seine Vorderleute fanden ihren Zusammenhalt in der Abwehr wieder, fingen mehrere Angriffe ab. So kamen die Gastgeber zum 25:25 (49.) Im OHV-Angriff nahm Spielertrainer Dusko Bilanovic im rechten Rückraum das Heft in die Hand. Der langjährige Erstligaspieler, unter anderem beim Wilhelmshavener HV, spielte seine Routine aus. Er ließ sich festmachen, wenn sein Team Zeit brauchte. Er hatte aber auch die Übersicht, seine Mitspieler gegen die immer offensiver agierende TVN-Abwehr in Wurfpositionen zu bringen. Vor allem Hannes Janssen im linken Rückraum profitierte davon. Er warf drei Tore in Folge, der OHV lag mit 29:25 vorn und brachte diese Führung gegen nie aufsteckende Neerstedter über die Zeit.

OHV Aurich – TV Neerstedt 33:29 (18:13)

Statistik

OHV Aurich:

Lievens (1.-60., 14 P.), Anders; Arends 3, Kress 2, Behrends 3/1, Krause 1, Seidler 3, Janssen 5, Arndt, Ladwig 5, Jost, Bilanovic 11/5.

TV Neerstedt:

Haverkamp (1.-60., 18 P.), Weiland; Brinkmann, Schützmann 2, Marcel Kasper 1, T. Kruse, Schulenberg 2/1, M. Kruse, Timmermann 9, Schröder-Brockshus 4, Chabo (n. e.), Schenk (n. e.), Carsten-Frerichs 7/2, Grotelüschen 3, Malte Kasper 1, Willmann.

Schiedsrichter:

Richter, Determann (Osnabrück).

Zeitstrafen:

OHV: Janssen 2, Bilanovic, Arends, Behrends, Seidler; TVN: Willmann, Brinkmann, Timmermann.

Siebenmeter:

OHV 7/6 (Behrends scheitert an Haverkamp), TVN 4/3 (Schulenberg scheitert an Lievens).

Stimme

Eric Hettmann, Trainer OHV:

„Dank unserer Routine haben wir es in der zweiten Halbzeit geschafft, zurückzukommen und das Spiel für uns zu entscheiden. Nach der Pause ist es uns zunächst nicht gelungen, die Spannung zu halten, die wir am Ende der ersten Halbzeit aufgebaut hatten. Als wir mit zwei Toren zurücklagen, schwante mir Böses.“
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