AURICH/HOYKENKAMP - AURICH/HOYKENKAMP - Er war bedient, und zwar restlos. Wie konnte seine Mannschaft ihm das nur antun? Und das ausgerechnet an seinem 55. Geburtstag. Hans Paust, Trainer der Verbandsliga-Handballer der TS Hoykenkamp zeigte kein Verständnis für die Vorstellung seiner Schützlinge bei der desaströsen 32:33 (19:15)-Niederlage beim Tabellenletzten MTV Aurich. Während Betreuer Dennis Schaffhausen wortlos in Richtung Kabine huschte, rang Paust mit versteinerter Miene nach einer Erklärung. Doch er fand keine: „Unbegreiflich. Wie kann man solch ein Spiel noch aus der Hand geben? Ich versteh‘s nicht.“ Nach fünf Siegen in Folge gab es ausgerechnet beim Schlusslicht einen herben Dämpfer, der sich im Endspurt um den Klassenerhalt negativ auswirken könnte.
Mit 5:0 und 14:6 legte die Turnerschaft vor 25 Zuschauern – darunter drei enttäuschte TSH-Fans – einen Traumstart hin. Alles sah nach einer klaren Angelegenheit aus. Die Spieler schienen ihr Vorhaben, ihrem Coach mit einem Sieg den dritten Tabellenplatz zu schenken, umzusetzen. Doch es kam anders. Die personell wahrlich nicht auf Rosen gebetteten Ostfriesen rissen sich zusammen und kamen nach einer halben Stunde auf 15:19 heran. „Ich habe in der Pause noch davor gewarnt: Lasst die nicht ins Spiel kommen“, so Paust. Doch die Spieler brachten nur noch selten etwas zustande. Immer wieder übersprang Aurichs zwölffacher Torschütze Ailko Fischer die TSH-Abwehr und sorgte fast im Alleingang für die große Überraschung. 30 Sekunden vor Schluss war Hoykenkamp sogar noch in Ballbesitz und hatte beim Stand von 32:32 alle Trümpfe in der Hand. Doch im Mittelfeld kam Christian Schadendorf ins Straucheln, verlor den Ball – Fischer bedankte sich und erzielte den 33:32-Siegtreffer.
Matchwinner Ailko Fischer freute sich diebisch über den Sieg: „Wir wollen uns nicht als Schießbude aus der Liga verabschieden, daher tut der Erfolg gut.“ Den Hoykenkamper Einbruch kann sich der Auricher auch nicht erklären. Er wunderte sich aber über die geringe Gefahr, die von Nico Skormachowitsch ausging: „Wir nennen ihn aufgrund seiner harten Würfe ‘Steineschmeißer‘. Er war im Hinspiel gefährlicher. Aber ich kann nicht beurteilen, woran es beim Gegner lag.“ Für Paust ist „noch nichts verloren. Aber das tut weh. Der Derby-Sieg in Delmenhorst ist nichts mehr wert“, so das geknickte Geburtstagskind.
Hoykenkamp verspielt 14:6-Führung
MTV Aurich –
Hoykenkamp 33:32 (15:19)
