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Aktualisiert vor 3 Minuten.

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NWZonline.de Sport

Ausstellung über Kicker, Kult und Kirche

09.08.2013

Osnabrück Normalerweise sind der funkelnde Domschatz und fein bestickte liturgische Gewänder die Attraktionen im Osnabrücker Diözesanmuseum. Derzeit jedoch treffen passend zum Start der Bundesligasaison an diesem Freitag goldene Kreuze, silberne Kelche und purpurfarbene Samt-Umhänge auf Fußball-Trikots aus schwarz-gelber und rot-weißer Mikrofaser. Schaufensterpuppen in den Vereinsfarben von Borussia Dortmund und des FC Liverpool flankieren den Eingang in die neue Sonderausstellung des katholischen Museums.

Museumsdirektor und Fußball-Fan Hermann Queckenstedt hat eine Schwäche für schräge Themen, wie er selbst sagt. Er will damit diejenigen ansprechen, die seine Kirche sonst nicht erreicht.

Mit „Kicker, Kult und Co. – als Fußball noch vielfältig war“ rückt der Fan des Drittliga-Clubs VfL Osnabrück schon zum zweiten Mal den Fußball ins Zentrum einer Ausstellung. Diesmal geht es um dessen religiös geprägte Vorgeschichte. Die Schau mit historischen Pokalen, Mannschaftsfotos, Spielerpässen und Trikots ist noch bis zum 3. November zu sehen. Danach wird der Direktor sie zu einer Wanderausstellung umbauen, die im Mai 2014 im Landtag in Hannover eröffnet wird.

Vor allem im Mutterland des Fußballs, in England, war die Verbindung von Sport und Kirche vor über 100 Jahren nahezu selbstverständlich, erläutert Queckenstedt: „Fußball war ein Teil der Jugendarbeit der Kirchengemeinden.“ Nicht nur Liverpool, auch der FC Everton, Manchester City, Aston Villa oder die Bolton Wanderers haben kirchliche Wurzeln. Ein Porzellan-Teller der englischen Fußball-Meisterschaft von 1907 zeugt davon.

Auch in Deutschland spielten Pfarrer mit den ihnen anvertrauten Jungen Fußball, turnten oder gingen Kanu fahren. Doch es wurde innerhalb der katholischen Kirche kontrovers diskutiert, inwieweit Sport an Sonntagen überhaupt zulässig sei, erläutert der Museumsdirektor. 1920 setzten sich die Sportbefürworter durch und gründeten die Deutsche Jugendkraft DJK.

Unter diesem Emblem wurden Vereine in ganz Deutschland gegründet. „In Konkurrenz zum DFB trugen sie unter diesem Dach sogar Meisterschaften mit eigenem Ligabetrieb aus“, betont Queckenstedt. Parallel dazu habe es das evangelische Eichenkreuz und jüdische sowie Arbeitersport-Vereine gegeben. Mitte der 30er Jahre beendeten die Nationalsozialisten diese Vielfalt.

Besonders begeistert hat den fußballverrückten Museumsdirektor die 1909 beginnende Geschichte des BVB in Dortmund. Rund 50 junge Kicker der Gemeinde „Heilige Dreifaltigkeit“ wollten damals einen katholischen Verein gründen. Der Pfarrer stellte sich quer und brachte die Hälfte der Fußballer auf seine Seite. Die übrigen gründeten dann den weltlichen Ballspiel-Verein Borussia. Zum 100-jährigen Bestehen habe die Gemeinde dem Verein zur Versöhnung ein bronzenes Kreuz mit BVB-Emblem geschenkt. Die Kopie ist eines der Prunkstücke der Ausstellung.

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