Bad Zwischenahn - Für ruhebedürftige Menschen ist ein Flyball-Turnier sicherlich nicht die richtige Umgebung: Aufgeregt kläffende Hunde und mindestens eben so laut schreiende Menschen sorgten am Sonntag auf der Schützenwiese beim Stadion an der Eyhauser Allee in Bad Zwischenahn für eine ohrenbetäubende Geräuschkulisse. Wer allerdings Hunde und rasante Sportveranstaltungen liebt, der war auf der Schützenwiese genau richtig.
Auf zwei Bahnen treten die Mannschaften mit mehreren Hunden gegeneinander an. Diese müssen über eine Reihe von Hürden und am Ende der Bahn gegen eine Platte springen, unter der ein Mechanismus einen Ball auslöst. Diesen Ball muss sich der Hund schnappen, bevor er zu Boden fällt. Mit dem Ball geht es über die Hürden wieder zurück und der nächste Hunde darf starten. Erstaunlich dabei: an den Start gehen Hunde aller Rassen und Größen.
Dass das mit den Hürden und Bällen nicht von Anfang an und ohne Training funktioniert, zeigte sich bei den Anfängergruppen. Da lief der eine oder andere Hund schon mal seitlich an den Hürden vorbei, machte eine kleine Pause oder vor lauter Aufregung auch mal ein „Geschäft“ direkt vor der Ballmaschine.
Bei den fortgeschrittenen Hunden sah das ganz anders aus. Sie leisteten sich keine großen Patzer. Wer hier gewinnt, ist eine reine Frage der Geschwindigkeit. Die Organisatoren, die Wild’n Low Jumpers aus dem Hundesportverein Oldenburg-Wildenloh, erreichten den ersten Platz und konnten am Ende ihren eigenen Pokal mit nach Hause nehmen. Vier Hunde bewältigten den Parcours in insgesamt 20 Sekunden. Die Anfänger-Mannschaft erreichte immerhin Platz vier. Neun Mannschaften mit insgesamt 70 Hunden waren angereist.
Marco Klostermann, Trainer der Fortgeschrittenen-Mannschaft war am Ende ausgesprochen zufrieden mit der Premiere auf der Wiese. „Wir haben das bisher in kleinerem Rahmen auf unserem Vereinsgelände gemacht“, sagt er. Mit Unterstützung von Bernd Kindling vom Kindlings-Hof in Kayhauserfeld und der Futterscheune aus Rastede funktionierte auch das Turnier im größeren Rahmen. „Wir würden das gerne wiederholen“, sagt Klostermann. Die Schützenwiese sei ideal für den Wettbewerb und die Gemeinde Bad Zwischenahn habe das Gelände sofort zugesagt. Sogar eine Deutsche Meisterschaft in Bad Zwischenahn wäre denkbar, meint Bernd Kindling.
Ins sprichwörtliche Wasser gefallen ist allerdings das Hunderennen für jedermann, mit dem die Organisatoren auch weitere Hundefreunde als Zuschauer nach Bad Zwischenahn locken wollten. Sowohl die Teilnehmerzahl als auch die Zahl der Zuschauer war eher gering. Aber das kann sich noch ändern. „In den USA kommen zu Flyball-Turnieren 80 000 Zuschauer“, sagt Bernd Kindling.
Auch wenn diese Zahlen im Ammerland wohl nicht zu erreichen sind, soll es, wenn es nach den Wild’n low Jumpers geht, auch in den kommenden Jahr wieder für kurze Zeit laut werden auf der Schützenwiese.
Denn die Lautstärke, sagt Marco Klostermann nach dem Wettbewerb mit heiserer Stimme, die gehört einfach dazu: „Mein Hund ist definitiv langsamer, wenn ich nicht schreie.“
