BAD ZWISCHENAHN - Herford, Germersheim, Berlin, Güstrow – der Blick auf die Autokennzeichen verrät: In Bad Zwischenahn wurde an diesem Wochenende etwas von nationalem Interesse ausgetragen. Es war die Deutsche Meisterschaft VPG – ausgetragen von der Ortsgruppe Oldenburg des Boxer-Klubs München. Nein. Mit dem Box-Sport hat das nichts zu tun. Es geht um die Hunderasse. VPG steht für Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde.

27 Teams – je ein Hundeführer und ein Boxer – traten an zwei Tagen an, um den Deutschen Meistertitel zu erwerben. Allerdings zeichnete sich schnell ab, welches Team siegen wird. Mit 292 von 300 möglichen Punkten gewannen Alexander Paul mit Veith von Altenburg aus Hessen, Gruppe Dillkreis.

„Geprüft wird in drei Disziplinen: Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst“, sagt der Ausbildungswart der gastgebenden Gruppe Oldenburg, Hans-Joachim Neubert. Zurückzuführen ist diese sportliche Prüfung auf die Diensthunde-Ausbildung. „Die Grundlage bei diesem Sport ist Vertrauen und Gehorsam“, so Neubert weiter. Die Hundeführer nutzen den Spieltrieb der Hunde, motivieren sie durch positive Verstärkung. Gewalt ist schon lange keine Erziehungsmethode mehr. Neubert vergleicht den langwierigen Prozess des Trainierens mit der modernen Pädagogik. Die Bezeichnung der Disziplin „Unterordnung“ führt manchen Skeptiker auf die falsche Fährte: „Das ist Teamarbeit. Wer hier startet, gehört zur Elite.“

Verglichen mit anderen Hunderassen erweist sich der Boxer jedoch als nicht ganz so leicht erziehbar. Neubert: „Das ist schwieriger als etwa beim Schäferhund. Der Boxer ist Individualist, ein Sturkopf.“ Das zeigt sich auch bei der Unterordnungsprüfung im Stadion. Baron von Königsbusch, Boxer von Hundeführerin Kirsten Heisterkamp, braucht gleich zwei Aufforderungen zum Platzmachen.

Die Vorsitzende der Gruppe Oldenburg, Erika Lübbering, ist mit der Meisterschaft zufrieden. 100 Helfer haben für einen reibungslosen Ablauf gesorgt. Erfahrene Zuschauer sprechen hinterher von einer „hervorragend organisierten Meisterschaft“. Das ist mehr als ein Trostpflaster dafür, dass in diesem Jahr nur ein Starter aus dem Bereich Weser-Ems dabei war. Friedhelm Paul aus Emden war mit Uno vom Okeler Forst gestartet. Er wurde jedoch disqualifiziert, weil er in einer Übung seinen Hund anfasste . . .