Abbehausen - Harald Renken konnte es einfach nicht fassen. „Ich weiß nicht, was die Jungs verbrochen haben.“ 90 Minuten lang hatten die Bezirksliga-Fußballer des TSV Abbehausen an diesem Sonntag gerackert, gekämpft und den BV Bockhorn mit ihrer besten Saisonleistung an den Rand einer Niederlage gebracht – und doch waren sie es, die am Ende mit leeren Händen dastanden: In der fünften Minute der Nachspielzeit kassierten die Grün-Gelben den entscheidenden Gegentreffer zur 2:3-Auswärtsniederlage. „Der Schiedsrichter hat das Spiel gar nicht erst wiederangepfiffen“, sagte Abbehausens sportlicher Leiter.

Von Beginn an hatte die Mannschaft von Trainer Hans-Jürgen Immerthal couragiert gespielt. „Wir standen hinten richtig gut“, sagte Renken. Bockhorns hochgelobte Spieler wie Patrick Degen und Niklas Fasshauer waren abgemeldet. Offensiv setzten die Abbehauser immer wieder Akzente. In der 30. Minuten belohnten sich die Grün-Gelben endlich selbst: Nach einem tollen Pass von Torben Renken schoss Dominik Juhrs die Gäste in Führung. Kurze Zeit später bot sich Adrian Dettmers die nächste hundertprozentige Möglichkeit: Aber Abbehausens Wirbelwind schoss knapp am Bockhorner Tor vorbei.

Statt einer komfortablen Führung nahmen die Abbehauser nur ein Remis mit in die Kabine: Nach einem Steilpass zögerte Abbehausens Torwart Michael Mittmann beim Herauslaufen und brachte den heranstürmenden Bockhorner zu Fall. Den fälligen Elfmeter verwandelte ausgerechnet Philip Immerthal, der Sohn des Abbehauser Trainers (36.). „Da hatten wir Glück, dass Michael keine Rote Karte kassiert hat“, sagte Renken.

Unmittelbar nach der Pause leisteten sich die Gäste die nächste kleine Schlafmützigkeit. Nach einer Flanke war Divan Erkek zur Stelle – 2:1 für Bockhorn (49.).

Doch anschließend krempelten die Abbehauser die Ärmel auf. Sie gingen an ihre Grenzen – selbst Renken blieb die Spucke weg. „Wir haben bei einem fast übermächtigen Gegner ein Powerplay aufgezogen“, sagte er. Sieben Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit glich Ruben Rebmann die Partie mit einem feinen Heber aus. Drei Minuten Später vergab Julian Hasemann sogar die große Chance zum Siegtreffer. „Da hätte er mehr draus machen können“, sagte Renken.

Dann begann die dreiminütige Nachspielzeit, die aber letztlich fünf Minuten dauerte – und ausgerechnet mit der letzten Aktion entschied Niklas Fasshauer das Spiel. „Das ist unfassbar bitter“, meinte Renken. „Wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt. Und wenn wir unentschieden gespielt hätten, hätten wir wahrscheinlich zwei verlorenen Punkten hinterhergetrauert. Aber auf diesem Niveau wird jeder kleine Fehler bestraft “, sagte er und gab zu, dass er die Länge der Nachspielzeit nicht nachvollziehen konnte. „Hätte der Schiedsrichter ein wenig Gefühl für das Spiel gehabt, hätte er früher abgepfiffen.“

Tore: 0:1 Juhrs (27.), 1:1 Immerthal (36., Foulelfmeter), 2:1 Erkek (49.), 2:2 Rebmann (83.), 3:2 Fasshauer (90.).

TSV: Mittmann - Reesing (65. Beerepoot), Wohlrab, Plate (62. Hasemann), Renken, Rebmann, Dettmers, Serednicki, Barsch (65. Müller), Pudel, Juhrs.

Wolfgang Grave
Wolfgang Grave Redaktion Nordenham (Lokalsport)