Bamberg - Mladen Drijencic lachte, scherzte und herzte seine Schützlinge. Die Freude, aber auch die Erleichterung beim Trainer der EWE Baskets Oldenburg war sichtlich groß. Schließlich hatten die Oldenburger gerade den fünften Erfolg in Serie eingefahren. Bei Brose Bamberg setzten sich die Oldenburger am Sonntagnachmittag am Ende souverän mit 85:78 (34:43) durch – danach sah es aber kurzzeitig gar nicht aus.
Zwei Gesichter
Denn die Baskets zeigten in den ersten beiden Vierteln zwei unterschiedliche Gesichter. Oldenburg startete mit viel Energie in die Begegnung. Bamberg hatte mit dem enormen Anfangsdruck der Baskets zunächst Probleme. Das Drijencic-Team legte einen 6:0-Lauf hin und lag im ersten Viertel schnell mit 12:6 (5. Minute) vorn. Insgesamt leisteten sich die Gastgeber allein in der ersten Hälfte elf Ballverluste. Am Ende waren es 16 Turnovers. Oldenburg hingegen gab den Ball insgesamt nur fünfmal an den Gegner ab. Doch ein Selbstläufer wurde es für die Baskets keineswegs. Die Hausherren schüttelten sich einmal, stellten ihr System um und waren plötzlich zum Ende der ersten zehn Minuten wieder im Spiel (17:19).
Im zweiten Abschnitt drehten die Bamberger die Partie sogar. Eine Minute vor Ende des zweiten Viertels führten die Hausherren mit 39:32 (19.). Die Oldenburger hingegen musste sich jeden Punkt hart erkämpfen und sahen sich zur Halbzeitpause mit einem Neun-Punkte-Rückstand konfrontiert (34:43).
Heißer Hornsby
Nach dem Seitenwechsel blieb Bamberg zunächst am Drücker, die Gäste liefen dem Rückstand hinterher. Doch nun lief der Motor von Keith Hornsby heiß. Der US-Amerikaner startete im Alleingang die Aufholjagd der Oldenburger und hielt seine Baskets mit drei Dreiern in Folge und drei verwandelten Freiwürfen in der Partie (50:52/25.). Mit der Schlusssirene leuchteten 16 Zähler für Hornsby von der Anzeigetafel. Oldenburg war nun zurück in der Partie. Trotz einer Bamberger Auszeit blieb das Momentum bei den Baskets, die nun ihrerseits die Führung übernahmen (58:52/28.). Diese nahmen die Oldenburger auch mit ins Schlussviertel (64:59).
Im letzten Viertel blieb es weiter spannend. Bamberg versuchte natürlich, den Rückstand zu verkürzen, die Oldenburger fanden aber immer die passende Antwort. Die Baskets spielten in der Schlussphase ihre ganze Erfahrung aus. Das Drijencic-Team ließ die Zeit von der Uhr laufen und war in den entscheidenden Situationen zur Stelle – so wie Routinier und Topscorer Rickey Paulding (22 Punkte).
Glücklicher Drijencic
„Es war die erwartet harte Partie, sehr physisch von Anfang an. Wir haben unser physisches Level in den letzten sechs, sieben Minuten der ersten Halbzeit etwas verloren – offensiv und defensiv“, sagte Oldenburgs Coach. Doch das Team sei entschlossen aus der Kabine gekommen und „mental und körperlich wieder voll da“, lobte Drijencic seine Schützlinge: „Unser Teamspirit wächst von Spiel zu Spiel, das hat uns heute geholfen. Daher fahren wir erleichtert von unserem vierten Auswärtsspiel in Folge nach Hause und werden eine entspannte Busfahrt haben.“
Für die Oldenburger geht es am kommenden Samstag weiter. Dann ist Medi Bayreuth (18 Uhr/große EWE-Arena) zu Gast.
