BARßEL/EMSTEKERFELD - Für die Nordkreisler ist Platz drei noch möglich. Drei Spieler werden den STV in der Winterpause verlassen.

von stephan tönnies

BARßEL/EMSTEKERFELD - Anhaltender Regen, der sich wie Bindfäden vom Himmel herunterzieht, hat in Fußballdeutschland eine besondere Bezeichnung. Der Experte spricht dann ehrfürchtig vom „Fritz Walter-Wetter“ in Anlehnung an den großen Fußballregisseur der Nachkriegszeit, der bei diesem Wetter seine besten Spiele machte. Aber zurück in die Gegenwart: Bei Barßels Trainer Uwe Eckel sorgt das miese Wetter vor dem Kreisderby am Sonntag (14 Uhr) gegen den TuS Emstekerfeld eher für schlechte Laune: „Wenn es so weiterregnet, wird die Partie abgesagt. Doch wir werden natürlich abwarten.“

In Brockdorf gelang den zuletzt zweimal in Serie sieglosen Barßelern ein wichtiger 1:0-Erfolg. „Letztlich nur ein Pflichtsieg“, merkt Eckel an. Ein Dreier gegen einen Abstiegskandidaten ist aber dem STV in dieser Halbserie sehr selten gelungen. „Eigentlich haben wir uns vor allem gegen Teams aus dem unteren Bereich immer sehr schwer getan. Aber am Sonntag hatten wir auch das nötige Glück.“ Thema erledigt.

Übrigens: Nicht nur wegen des Wetters bläst Eckel derzeit Trübsal. In der Winterpause werden gleich drei Spieler die Mannschaft verlassen. Die Mittelfeldspieler Christoph Janssen (wechselt zu Viktoria Elisabethfehn) und Nico Kondratjuk (zum TuS Eversten) haben zur Rückserie bereits woanders angeheuert. Dazu gesellt sich noch Angreifer Malik Musah: Mit bisher sechs erzielten Toren ist er bester Barßeler Stürmer. „Diese Ausfälle werden uns natürlich erheblich schwächen. Das ist doch klar“, sagt Eckel, „Deshalb werden wir versuchen, uns noch einmal zu verstärken.“

Das ist aber noch alles Zukunftsmusik für Barßel. Denn mit einem Sieg gegen Emstekerfeld ist sogar das Überwintern auf Platz drei möglich. Eckel wiegelt aber ab. „Dritter oder Vierter wäre mir egal. Wichtig wäre ein Dreier als Belohnung für eine starke Hinrunde.“

Den ersehnten Sieg wollen auch die Gäste aus Emstekerfeld erringen. Obwohl Trainer Uli Borchers noch immer am 1:1 im Heimspiel gegen den Drittletzten BV Garrel zu knabbern hat. „Wir gehen früh in Führung, vergessen ein zweites Tor nachzulegen, bekommen den Ausgleich und verlieren mit zunehmender Spieldauer die Geduld“, resümiert er. Vorwürfe macht er seiner Mannschaft aber nicht. „Ich habe ein junges Team, und da passieren solche Sachen. Wichtig ist es, dass wir daraus lernen.“ Gegen Barßel muss Borchers allerdings auf Niels Kroner und Daniel Grothaus verzichten. Beide Spieler gingen mit Verletzungen in die jüngste Partie gegen Garrel und mussten im Laufe des Spiels verletzungsbedingt ausgewechselt werden. „Das klappte nicht gegen Garrel. Ich habe auch nur wenig Hoffnung, dass einer von beiden Sonntag auflaufen wird“, sagt Borchers. Einziger Lichtblick im Kader ist derzeit Björn Fresenborg. Dies hat auch Borchers registriert. „Björns Formkurve zeigt nach seiner Verletzung wieder nach

oben. Er hat mir am vergangenen Wochenende sehr gut gefallen.“ Vielleicht gelingt es dem TuS ja, den Abwärtstrend der letzten Spiele im Jahn-Stadion zu stoppen. Borchers: „Warten wir es einfach ab.“