Oldenburg - Vor den Augen von Club-Legende Rickey Paulding sind die EWE Baskets mit einer Niederlage in die Champions-League-Saison gestartet. Die Oldenburger Basketballer unterlagen am Dienstagabend vor einer Rekordkulisse in einer heiß umkämpften Partie SIG Straßburg mit 83:85 (36:38/75:75) nach Verlängerung. Bester Oldenburger Werfer war DeWayne Russell mit 17 Punkten.
Ogbe muss weiter warten
5431 Zuschauer verfolgten den ersten Auftritt des Bundesligisten gegen die Franzosen – Bestwert in diesem Wettbewerb. Nur die Eurocup-Partie gegen den griechischen Vertreter Promitheas Patras (5750) im März 2020 verfolgten mehr Fans auf dem europäischen Parkett. In die große EWE-Arena passen bis zu 6200 Zuschauer.
Oldenburgs Trainer Pedro Calles hatte gegen Straßburg bis auf den langzeitverletzten Alen Pjanic (Reha nach Armbruch) die komplette Kapelle an Bord. Kapitän Max DiLeo, der schon beim Pokal-Aus (73:101) am Sonntag beim FC Bayern über sieben Minuten auf dem Parkett gestanden hatte, wirkte auch gegen Straßburg mit. Kenneth Ogbe stand ebenfalls im Kader, wartete nach seiner Knieverletzung allerdings weiter auf seinen ersten Einsatz in dieser Saison für die Oldenburger.
Beide Mannschaften wirkten bei ihrem ersten Auftritt in dieser Champions-League-Saison zu Beginn noch etwas nervös und erlaubten sich im ersten Viertel einige leichte Fehler. Die Gastgeber gingen kurz vor Ende des ersten Abschnitts in Front, doch die Franzosen übernahmen mit Ablauf der Spieluhr wieder die Führung und gingen mit 17:16 ins zweite Viertel.
Das Calles-Team fand, angeführt von Spielmacher Russell, in den zweiten zehn Minuten zwar besser in die Begegnung, erlaubte sich aber trotzdem immer wieder kleine Unkonzentriertheiten. Diese Aufs und Abs im Spiel hatte Oldenburgs spanischer Coach vor der Partie moniert. Da aber auch die Gäste Fehler einstreuten, blieb die Partie eng – vor allem dank Russell. Der Guard war zur Halbzeitpause mit zwölf Punkten Topscorer der Partie (36:38).
Unterstützung fehlt
Auch nach dem Seitenwechsel hieß es immer wieder Russell. Während seine Teamkollegen offensiv kaum in Erscheinung traten, hielt der US-Amerikaner sein Team im Spiel. Immer wieder drückte der Aufbauspieler aus der Distanz ab oder zog mit viel Tempo zum Korb.
Oldenburg lief dennoch einem Rückstand hinterher. Mit 53:58 gingen die Gastgeber ins Schlussviertel. Besonders aus der Nah-und Mitteldistanz taten die Franzosen den Hausherren weh. Oldenburgs Guard brauchte mehr Unterstützung.
Und die bekam Russell im letzten Abschnitt. Charles Manning Jr. traf nun seine Würfe und auch Brekkott Chapman und Co. schalteten sich in die Offensive ein. Nachdem Ebuka Izundu den Ball per Dunking durch die Reuse hämmerte, stand auch der letzte Baskets-Fan in der Arena. In einer unfassbar knappen Schlussphase sorgte Kyle Foster mit zwei Freiwürfen sechs Sekunden vor Ende beinahe für die Entscheidung. Doch Straßburg gelang 0,6 Sekunden vor Schluss noch der Ausgleich – Verlängerung gleich im ersten Spiel.
Technische Probleme
Diese begann aufgrund von technischen Problemen an der 24-Sekunden-Wurf-Uhr sowie der Zeitanzeige über dem Korb allerdings mit einiger Verzögerung. Zwei Ersatzuhren wurden als Ersatz in den Ecken aufgestellt. Nach einem guten Start verpassten es die Oldenburger aber, den Sack zu zumachen. Straßburg drehte die Partie und nahm den Sieg zum Auftakt der Champions-League-Saison mit nach Hause.
