Hamburg - Wochenlang hatten die EWE Baskets Oldenburg in der Basketball-Bundesliga eine Linie gebildet. Gegen Mannschaften, die über den zehntplatzierten Oldenburgern standen, hatte das Team von Trainer Pedro Calles – auch aufgrund des aktuellen Verletzungspechs – mehrfach kaum eine Chance. Gegen Teams, die unter den Baskets standen, gab es zuletzt dagegen Siege. Da war es aus Oldenburger Sicht auf den ersten Blick äußerst unglücklich, dass am Samstag die Hamburg Towers der Gegner waren – die stehen nämlich einige Ränge über den Oldenburgern. Im Nordduell durchbrachen die Baskets aber in der gegnerischen Halle den beschriebenen Trend und feierten am Samstagabend nach einem beeindruckenden Auftritt einen 91:80 (43:35)-Sieg. Bester Werfer bei den Gästen war Chaundee Brown mit 25 Punkten. Für Hamburg trafen Aleksander Dziewa und Mark Hughes am besten (je 15).

Erfreulich aus Oldenburger Sicht war außerdem, dass Max DiLeo nach mehrwöchiger Verletzungspause wieder dabei war. Der Ex-Hamburger hatte sich jüngst in den USA am Hüftgelenk operieren lassen. Nun folgte das Comeback - aber noch nicht ganz. Der deutsche Nationalspieler saß die gesamte Spielzeit über auf der Bank. Von dort sendete der Kapitän aber das Zeichen: Ich bin wieder da. Ebenfalls im Kader stand Fritz Hemschemeier. Er kam aber wie DiLeo nicht zum Einsatz.

Vorschau
Damals noch im Hamburger Trikot: Der Jetzt-Oldenburger Len Schoormann (links) gegen den damaligen Baskets-Profi Rihards Lomazs.

SCHWERE AUFGABE IN HAMBURG Baskets Oldenburg jagen die Playoff-Plätze

Niklas Benter
Oldenburg

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Angefeuert von rund 300 mitgereisten Fans (mit 3400 Zuschauern war die Halle in Hamburg-Wilhelmsburg ausverkauft) waren die Oldenburger schnell im Spiel und hatten sich nach rund acht Minuten eine Zehn-Punkte-Führung (19:9) erarbeitet. Die war allerdings bis zum Viertelende schon wieder verspielt, nach zehn Minuten stand es 21:21.

Da seit der vergangenen Woche auch Center Norris Agbakoko wegen einer Handverletzung ausfällt, kam der 21-jährige Joel Harms bereits im ersten Viertel zu seinem Saisondebüt. Er hatte in den vergangenen Wochen oft zum Kader gezählt, war aber nicht eingesetzt worden. Nach einem Kurzeinsatz in der vergangenen Saison war es in Hamburg erst das zweite Bundesligaspiel seiner Karriere. Er war auch deshalb früh gefordert, weil Center Ebuka Izundu gegen die Towers recht schnell drei Fouls gesammelt hatte und von Calles herausgenommen wurde. Harms wiederum hatte allerdings Mitte des zweiten Viertels auch schon drei Fouls begangen – die Center mussten vorsichtig zu Werke gehen. Bei Spielende hatte Harms eine Einsatzzeit von 13:07 Minuten zu Buche stehen. Dabei sammelte er vier Punkte.

Besondere Punkteläufe wie im ersten Viertel gab es im zweiten zunächst nicht, das Nordduell verlief weitgehend ausgeglichen. Unmittelbar vor der Halbzeit schafften es die Oldenburger aber, sich wieder etwas abzusetzen. Beim Stand von 43:35 für die Baskets ging es in die Kabinen.

Und nach dem Wechsel wurde es aus Sicht der Oldenburger noch besser. Angeführt vom stark aufspielenden Brown baute das Calles-Team seine Führung auf zeitweise 14 Punkte aus. In der Verteidigung gelang es den Gästen, die Hamburger mit ihren Trefferquoten unter den eigenen zu halten – vorne gab es für die Oldenburger also immer wieder Punkte, hinten aber keine für die Hamburger. Die hoch motiviert zur Sache gehenden Baskets steuerten so auf einen Auswärtssieg zu. Wie sehr das Team zusammenhielt, wurde Anfang des Schlussviertels bei einer Auszeit sichtbar. Da war es der auf der Bank sitzende DiLeo, der sofort aufsprang und als Erster die vom Feld kommenden Kollegen energisch abklatschte. Der Kapitän wollte seinen Anteil zum Erfolg beisteuern.

Der kam zustande, weil das Calles-Team körperlich über die volle Spielzeit zu 100 Prozent dagegenhielten. In den vergangenen Wochen war häufig ein Abbau der physischen Leistungsfähigkeit zu beobachten gewesen. Das blieb dieses Mal aus. Bis zu 17 Punkte betrug die Führung der Oldenburger, die meist in gelb gekleideten Oldenburger Fans auf der Tribüne hatten ordentlich etwas zu feiern. „Auswärtssieg, Auswärtssieg“, schallte es in der Schlussminute aus dem Auswärtsblock durch die Halle.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)