Oldenburg - Auch wenn die EWE Baskets Oldenburg als Nordwest-Vertreter bereits in der ersten Playoffrunde ausgeschieden sind, im Finale um die deutsche Basketball-Meisterschaft ist die Region dennoch reichlich vertreten. Gleich fünf ehemalige Profis, die in den vergangenen Jahren im Nordwesten in der 1. und 2. Bundesliga aktiv waren, kämpfen ab diesem Freitag (20.30 Uhr) in der Finalserie der Baskets Bonn gegen RP Ulm (drei Siege sind nötig) um den Titel.
Aus Quartett wird Trio
Nicht mit dabei ist allerdings Karsten Tadda (von 2017 bis 2021 bei den Oldenburgern). Bonns Kapitän unterzog sich am vergangenen Freitag einer Rücken-Operation und verpasste bereits das dritte Halbfinalspiel bei den Riesen Ludwigsburg (82:73). Für den 34-jährigen Guard, der auch das Trikot der Ulmer eine Saison (2016/17) lang trug, ist die Spielzeit damit beendet. Somit wird aus dem Bonner Nordwest-Quartett im Endspiel ein Trio.
Mit dabei sind beim diesjährigen Hauptrundensieger aber noch Sebastian Herrera (25/von 2020 bis 2022 in Oldenburg), Michael Kessens (32), der 2017/18 bei den Eisbären Bremerhaven und anschließend bei Rasta Vechta (2018 bis 2020) unter Vertrag stand, sowie Zachary Ensminger (22). Dieser lief von 2020 bis 2022 für den Zweitligisten Artland Dragons Quakenbrück auf, absolvierte in der Saison 2019/2020 ein Bundesliga-Spiel für die Ulmer und durchlief die Nachwuchsabteilungen in Bonn und Ulm. Vater Chris Ensminger (49), der zwischen 1999 bis 2013 für Weißenfels, Bamberg, Paderborn und Bonn 485 Bundesligaspiele absolvierte, ist Nachwuchskoordinator in Ulm.
Das Bonner Trio geht nach zwei klaren Siegen gegen Chemnitz (3:0 in der Serie) und Ludwigsburg (3:0) als Favorit in das Endspiel. Übrigens: Zuletzt standen die Rheinländer 2009 in der Finalserie. Sieger damals in fünf packenden Spielen: die Baskets Oldenburg.
Ex-Rasta-Duo in Ulm
Wenn es nach den Ulmern Philipp Herkenhoff (23) und Robin Christen (32) geht, dann kann die Entscheidung gerne wieder in fünf Spielen fallen – Hauptsache, das Ex-Rasta-Duo darf letztlich die Trophäe in die Luft recken. Herkenhoff durchlief die Nachwuchsabteilung der Dragons und spielte anschließend von 2015 bis 2021 für Rasta Vechta sowohl in der 1. und 2. Bundesliga. In Vechta spielte er zusammen mit Christen (2017 bis 2021), ehe Rasta nach der Saison 2020/21 in die 2. Liga abstieg.
Die Ulmer, die die Hauptrunde auf Rang sieben abschlossen, gehen zwar als Außenseiter in dieses Duell, doch sie sind auch die große Überraschung der Playoffs. Denn die Süddeutschen hatten in Meister Alba Berlin (3:1) und Pokalsieger Bayern München (3:0) den eindeutig härteren Weg und haben die beiden dicksten deutschen Basketball-Brocken recht souverän aus dem Weg geräumt. Oldenburg mag ausgeschieden sein, doch ein wenig Nordwesten steckt im künftigen Titelträger – wer es auch sein wird.
