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Taktischer Kniff und kaputte Uhr Darum setzte Baskets-Topscorer Russell gegen Straßburg am Ende aus

War Oldenburgs Topscorer, setzte in der Schlussphase der Champions-League-Partie allerdings aus: Baskets-Spielmacher DeWayne Russell (links) verteidigt in dieser Szene gegen Straßburgs Phil Booth.

War Oldenburgs Topscorer, setzte in der Schlussphase der Champions-League-Partie allerdings aus: Baskets-Spielmacher DeWayne Russell (links) verteidigt in dieser Szene gegen Straßburgs Phil Booth.

IMAGO/Rojahn

Oldenburg - Nach dem Pokal-Aus in München (73:101) am Sonntag und vor der Champions-League-Partie gegen SIG Straßburg am Dienstagabend hatte Pedro Calles schon davor gewarnt, dass „das Auf und Ab innerhalb des Spiels und zwischen den Spielen zu groß“, sei. Gegen die Franzosen war es vor einer Rekordkulisse aber erneut eine Achterbahnfahrt – sowohl spielerisch als auch emotional.

Baskets Oldenburg - Straßburg 83:85

Oldenburg: Russell 17/1 Dreier, Manning Jr. 16/1, Chapman 14/3, Izundu 11, Schoormann 7/2, Agbakoko 7, Foster 5/1, Williams 3/1, DiLeo 3/1, Wank, Hemschemeier, Ogbe.

Straßburg: Boothe 15, Cavalière 15/1, Brown Jr. 13, Lacombe 12/1, Invernizzi 11/3, Hooker 11/1, Maille 2, Akin 2, Pietrus 2, Morency 2, Rieber, Tchoua.Rebounds: Oldenburg 44/Straßburg 41.Assists: Oldenburg 19/Straßburg 24.

Die Erkenntnis

Denn was die 5431 Zuschauer in der großen Arena geboten bekamen, war eine Zitterpartie mit Zugabe – jedoch ohne Happy End. Mit 83:85 (36:38/75:75) nach Verlängerung unterlagen die EWE Baskets Oldenburg den Gästen aus dem Elsass. Dabei befand sich der Basketball-Bundesligist zu Beginn des Schlussviertels vermeintlich schon auf der Siegerstraße – doch die Franzosen blieben cool, erzwangen die Verlängerung und sicherten sich letztlich doch noch den Sieg zum Auftakt dieser Champions-League-Saison. Größtes Manko: Die Baskets agierten in dieser engen Schlussphase zumeist hektisch, versuchten die Punkte zu erzwingen und spielten in der Offensive zu eindimensional. Die positive Erkenntnis: Oldenburg zeigte Moral und kämpfte sich trotz Schwierigkeiten zurück. Letztlich fehlte jedoch die Kaltschnäuzigkeit und Cleverness in manchen Szenen.

Körperbetontes erstes Champions-League-Spiel in der großen Arena: Oldenburgs Deane Williams (rechts) versucht beim Heimspiel am Dienstagabend am Straßburger Paul Lacombe vorbeizugehen.

CHAMPIONS LEAGUE Baskets Oldenburg starten mit Niederlage gegen Straßburg

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Der Coach

„Es war kein leichtes Spiel, aber wir haben im letzten Viertel einen Weg gefunden und das Spiel gedreht. Wir konnten die Partie aber nicht endgültig entscheiden“, sagte Trainer Calles nach der Niederlage: „In der Verlängerung war es ähnlich. Wir hatten eine Führung von fünf Punkten, haben den Gegner dann zu oft an die Freiwurflinie geschickt und ihn so wieder ins Spiel kommen lassen.“ In den letzten zwei Minuten habe seine Mannschaft dann in der Offensive „nicht nach unserem Plan gespielt“, monierte Oldenburgs spanischer Coach. Der Vorteil: Bereits an diesem Freitag (20 Uhr, große Arena) können die Baskets die Europapokal-Niederlage aus den Köpfen streichen. In der Bundesliga trifft der Tabellensechste auf die Rostock Seawolves (Platz 11).

Der Topscorer

„Es ging um ein oder zwei Ballbesitze, aber beide Teams haben alles gegeben“, erklärte Spielmacher DeWayne Russell, der mit 17 Punkten und sieben Assists Topscorer der Baskets war, die bis zum Schluss knappe Europapokal-Begegnung. Allerdings nahm Calles den US-Amerikaner schon nach zwei Minuten im vierten Viertel heraus und brachte ihn auch nicht wieder. „Ich habe keine Verletzung“, gab er 29-Jährige nach der Partie Entwarnung. Vielmehr hatte diese Entscheidung taktische Gründe. Der Baskets-Trainer setzte im Schlussabschnitt und in der Verlängerung auf eine größere Formation, die den physisch starken Franzosen mehr Physis entgegenstellen sollte. Dafür opferte Calles seinen Topscorer. „Ich denke, die Entscheidung, mich am Ende nicht mehr zu bringen, war richtig. Wir konnten so mehr switchen und defensiv die richtigen Match-Ups finden. Am Ende haben wir unsere Offensive einfach nicht mehr so durchgezogen, wie wir es geplant hatten“, sagte Russell.

Eröffnet mit den Baskets am Dienstag gegen Straßburg die Champions-League-Saison: Oldenburgs Lukas Wank

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Niklas Benter
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Die Zeitverzögerung

Dass vor der Verlängerung die beiden Video-Würfel über den Körben mit der 24-Sekunden-Wurf-Uhr sowie der Spielzeitanzeige ausfielen und so für eine größere Verzögerung sorgten, passte zu dieser nervenaufreibenden Begegnung voller Aufs und Abs. Jeweils in der linken Ecke des Feldes wurden zwei Ersatzuhren positioniert. Anschließend lief die Partie ohne Störung weiter. Oldenburg kam mit der Unterbrechung zunächst besser zurecht, konnte den Vorteil aber nicht über die Zeit bringen. Am 1. November geht’s in Izmir gegen Pinar Karsiyaka in der Champions League weiter.

Die Fans

Die 5431 Fans in der Halle – nach dem Europacup-Spiel im März 2020 gegen Promitheas Patras (5750) zweitbester Zuschauerwert auf europäischer Bühne – sorgten für einen mehr als würdigen Rahmen. Nur der Oldenburger Sieg fehlte als Kirsche auf der Torte. Das soll jetzt gegen Rostock schnell korrigiert werden.

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