Oldenburg - Es gibt einfach so Spiele, da hast du eigentlich alles unter Kontrolle. Doch plötzlich schleicht sich der Schlendrian ein und du machst dir das Leben selbst schwer – ohne Grund.
Wichtiges Spiel
Pedro Calles konnte am Dienstag ein Liedchen davon singen. Denn welche haarsträubenden Fehler und leichten Ballverluste die Basketballer der EWE Baskets Oldenburg bei der 84:97-Auswärtsniederlage bei RP Ulm phasenweise einstreuten, gefiel dem Spanier gar nicht. „Wir haben gut angefangen und hatten im ersten Viertel Vorteile. Danach haben wir den Ball einfach zu oft weggeworfen und Ulm hat aus diesen Ballverlusten gepunktet“, sagte der Coach des Oldenburger Bundesligisten. Kostet diese zwölfte Saisonniederlage den Baskets letztlich Platz vier und das damit verbundene Heimrecht in der ersten Playoffrunde?
Schließlich hätten sich die Baskets – wieder einmal – Luft verschaffen können. Doch erneut gelang der Befreiungsschlag nicht. Zwar sind die Oldenburger schon fest für die Playoffs qualifiziert und haben es weiter in der eigenen Hand. Allerdings bleibt das Rennen um Platz vier drei Spieltage vor Schluss spannend.
Ulm - Mit der sicheren Playoff-Teilnahme im Rücken haben die EWE Baskets Oldenburg eine große Chance vertan, den Vorsprung auf die Verfolger in der Basketball-Bundesliga auszubauen. Bei RP Ulm unterlag die Mannschaft von Trainer Pedro Calles am Dienstagabend mit 84:97 (38:36) und hat im Rennen um den vierten Platz und dem damit verbundenen Heimrecht in der ersten Meisterschaftsrunde einen kleinen Rückschlag erlitten.
Baskets am Brett stark
Insbesondere durch 23 Ballverluste verspielten die Gäste vor 4300 Zuschauern den möglichen Sieg. Bester Oldenburger Werfer war DeWayne Russell mit 20 Punkten. „Die Ballverluste waren letztlich ausschlaggebend. Das waren einfach zu viele Ballverluste. Das darf uns nicht passieren“, erklärte Kenneth Ogbe die Niederlage.
Offensiv begann das erste Viertel schleppend, beide Defensiven setzten in den ersten Spielsequenzen die Akzente. Nach fünf Minuten lagen die Baskets 7:6 in Führung. Doch mit zunehmender Spielzeit zogen die Oldenburger kontinuierlich davon. Dank eines 16:0-Laufs ging das Calles-Team mit einer deutlichen 23:9-Führung in den zweiten Abschnitt. Besonders die defensiven Bretter kontrollierten die Gäste. Oldenburg holte zwölf Abpraller, Ulm nur vier. Insgesamt sammelten die Baskets nach den ersten zehn Minuten schon 18 Rebounds, die Hausherren kamen mit sechs zweiten Bällen nicht einmal annähernd auf die Hälfte.
Doch die Freude beim spanischen Coach der Oldenburger währte nicht lange. Sein Team erlaubte sich gleich mehrere Ballverluste und schon waren die Gastgeber wieder auf sieben Punkte (16:23/12. Minute) dran. Nach der kleinen Schwächephase und einer deutlichen Ansprache von Calles in der Auszeit fingen sich die Oldenburger etwas. Allerdings blieb Ulm weiter gefährlich. Das zweite Viertel war umkämpft. Offensiv gelang beiden Teams wenig, dafür ging es defensiv hart zur Sache. Vier Minuten vor der Halbzeitpause verkürzten die von Anton Gavel trainierten Ulmer auf zwei Zähler (28:30/16.), ehe ihnen schließlich der Ausgleich gelang. Oldenburg ging aber mit einer Zwei-Punkte-Führung in die Pause (38:36).
Baskets mit Fehlern
Danach übernahmen die Ulmer die Kontrolle. Die Oldenburger erlaubten sich einige Fehler im Spielaufbau, die die Gastgeber nutzten. Die Baskets liefen Mitte des dritten Viertels einem 44:54-Rückstand hinterher. Bei den Gästen klappte in dieser Phase kaum etwas. Besonders der Brasilianer Yago Mateus dos Santos sowie der Deutsch-Österreicher Thomas Klepeisz liefen heiß und waren von der Oldenburger Verteidigung kaum zu stoppen. Die Baskets mussten mit einer Hypothek von neun Punkten ins Schlussviertel gehen (59:68). Einzeln betrachtet verloren die Gäste das zweite (15:27) sowie das dritte Viertel (21:32) deutlich.
Doch Oldenburg kämpfte sich wieder zurück ins Spiel und verkürzte auf drei Punkte (68:71/23.). Anschließend waren die Baskets am Drücker, erlaubten sich aber innerhalb von wenigen Minuten erneut wieder zu viele Turnover – Ulm war wieder vorne. Die Mannschaft von Gavel baute die Führung weiter aus und brachte den Sieg letztlich souverän über die Ziellinie.
Die Riesen Ludwigsburg und die BG Göttingen – die es am Montag verpasst hatte weiter an die Baskets heranzurücken – können das Calles-Team noch abfangen. Das gilt auch für die Ulmer, die trotz der Hinspielniederlage (73:81) nun den direkten Vergleich mit Oldenburg knapp für sich entschieden und ein Spiel weniger absolviert haben. „Wir müssen jetzt gut regenerieren, am Samstag wartet ein wichtiges Spiel gegen Ludwigsburg“, sagte Calles, der mit seinem Team an diesem Samstag (18 Uhr, große Arena) auf den Verfolger aus Baden-Württemberg trifft.
Unnötige Fehler
Dabei sah es in Ulm zunächst gut aus. Oldenburg führte solide mit 23:9 nach den ersten zehn Minuten. Die mitgereisten Baskets-Fans in der mit 3400 Zuschauern gefüllten Arena blickten schon einem entspannten Auswärtssieg entgegen – doch zu früh gefreut. Ulm kämpfte sich, auch durch die Oldenburger Fehler eingeladen, wieder heran. Immer, wenn die Baskets die Chance hatten, die Begegnung zu drehen, schlichen sich die Ballverluste ein. 23 Turnover leistete sich das Calles-Team insgesamt (Ulm 14). Dazu klauten die Gastgeber den Baskets 18-mal den Ball – Oldenburg gelangen lediglich fünf Steals. Allein an diesen beiden Statistikwerten lässt sich die Niederlage ablesen.
Topscorer DeWayne Russell (20 Punkte/4 Ballverluste), Center Owen Klassen (6/4) und Trey Drechsel (16/5) erlaubten sich überraschend viele Turnover. Dazu kam eine überraschend schwache Freiwurfquote (15/26). Ulm verwandelte immerhin 24/33 Würfe von der Linie.
Da half die Überlegenheit an den Brettern (46/33) an diesem Abend auch nicht mehr. „Die Ballverluste und die Freiwurfquote haben uns weh getan“, fasste Calles zusammen. Hoffentlich tut diese Niederlage am Ende der Hauptrunde nicht richtig weh.
