Oldenburg/Berlin - Dass die EWE Baskets Oldenburg an diesem Samstag (18 Uhr) beim Spitzenreiter der Basketball-Bundesliga gastieren, ist keine Überraschung. Alba Berlin gehört seit Jahrzehnten zu den Top-Teams im deutschen Oberhaus. Elf deutsche Meistertitel und elf Pokalsiege: Diese eindrucksvolle Titel-Sammlung spricht eine eindeutige Sprache. In der vergangenen Spielzeit feierten die Berliner ein weiteres Mal das Double.
Und auch in dieser Saison ist der Hauptstadtclub wieder auf dem besten Weg, den Trophäen-Schrank weiter aufzufüllen. Mit 16 Siegen in 17 Spielen führt das Team von Israel Gonzalez die Tabelle an, feierte zehn Siege in Folge – nur die Baskets Bonn (16:2) sind den Berlinern dicht auf den Fersen.
Calles weiß um Stärke
Albas große Stärke ist die Ausgeglichenheit im Kader. „Wenn du gegen sie gewinnen willst, reicht es nicht, Alba Berlin unter dem Korb oder in der Zone aufzuhalten“, weiß Oldenburgs Coach Pedro Calles. In der Hinrunde verloren die Baskets noch mit 81:89. Das Team seines spanischen Landsmanns ist auf jeder Position des Feldes brandgefährlich. In Ben Lammers, Yanni Wetzell, Christ Koumadje, Johannes Thiemann und Tim Schneider sind die Berliner auf den großen Positionen stark besetzt.
Umrahmt werden die großen Jungs von Maodo Lo, Luke Sikma, Jaleen Smith, Louis Olinde sowie den beiden Israelis Yovel Zoosman und Tamir Blatt, die für die kreativen Momente des Euroleague-Teams sorgen, das am Mittwoch allerdings gegen Olympiakos Piräus (60:93) die höchste Heimniederlage der Vereinsgeschichte in internationalen Wettbewerben kassierte.
Zugänge integrieren
In Shakur Juiston haben die Baskets am Dienstag nach der Daumenverletzung von Owen Klassen (fehlt mindestens vier Wochen) auf den großen Positionen nachgelegt und so eine wichtige Lücke unter dem Korb geschlossen. In Hassani Gravett (26/zuletzt in der amerikanischen G-League aktiv) wurde am Freitag auch das Loch auf den Guard-Positionen geschlossen, das sich durch die Verletzungen von Kenneth Ogbe und Rihards Lomazs sowie den Abgang von Bennet Hundt nach Heidelberg auftat. Vorrangig gehe es Calles nun darum, die Zugänge mit Blick auf das Pokal-Finalturnier (18. und 19. Februar) in Oldenburg zu integrieren.
Beste Offensive
Natürlich hat Calles aber auch einen Blick auf die „Albatrosse“ geworfen – die ja auch ein möglicher Gegner im Pokalfinale wären. Dabei hat der 39-Jährige festgestellt: Der Hauptstadtclub stellt aktuell die beste Offensive der Liga. Mit 91,2 Punkten im Schnitt führt Alba die Rangliste an, gefolgt von Bonn (90,2). Die Oldenburger liegen in diesem Ranking mit 85,2 Zählern pro Partie auf Rang elf. Berlin verwandelt 59 Prozent seiner Würfe aus der Nah- und Mitteldistanz, von der Dreierlinie sind es 39,4 Prozent – ebenfalls Ligaspitze. Die Baskets verwandeln aus dem Zweipunkt-Bereich 53,8 (Platz 12), von der Dreierlinie 31,7 Prozent (16).
Aus dem Berliner Kollektiv sticht kein Spieler als Topscorer heraus – das bestätigt diese Ausgeglichenheit des Kaders, in dem die Scoringlast auf mehrere Schultern verteilt wird. In Oldenburg übernehmen DeWayne Russell (16,9 Punkte im Schnitt) und Trey Drechsel (14,7) Verantwortung, werden aber zunehmend von Alen Pjanic (10,4) und Tanner Leissner (11,2) unterstützt.
