Oldenburg - Sie kamen in der Hoffnung auf eine große Final-Party, sie verließen die Halle ernüchtert und mit nachdenklichen Mienen. Der Dienstagabend verlief so ganz und gar nicht nach dem Geschmack der Fans der EWE Baskets Oldenburg. Durch eine 61:74 (31:42)-Heimniederlage gegen Ratiopharm Ulm verpasste ihre Mannschaft den vorzeitigen Einzug ins Finale der Playoffs, der vor der vierten Halbfinalpartie zum Greifen nahe schien und nach dem 2:2-Ausgleich der Ulmer plötzlich ein Stückchen in die Ferne gerückt ist.
Denn im entscheidenden fünften Spiel an diesem Donnerstag (19 Uhr) haben die Ulmer Heimrecht und gehen mit dem Schwung des abgewehrten Matchballs ins „Finale ums Finale“.
„Ulm hat verdient gewonnen“, sagte ein enttäuschter Baskets-Trainer Mladen Drijencic: „Wir konnten diesem Spiel nie unseren Stempel aufdrücken und haben eine große Chance verpasst, die Serie zu beenden.“
Oldenburgs Chris Kramer haderte mit seiner Leistung. „Ich habe bestimmt zehn Korbleger nicht verwandelt, die ich sonst reinmache“, meinte der Aufbauspieler, der wie seine Teamkollegen verkrampft und nervös wirkte.
Vor allem offensiv lief bei den Oldenburgern so gut wie gar nichts zusammen, die Trefferquote aus dem Feld war mit 37 Prozent erschreckend niedrig. Rickey Paulding erzielte noch die meisten Zähler (12). „Ich wünschte, ich hätte eine Erklärung, warum wir so viele Würfe nicht getroffen haben“, sagte Kramer und meinte mit Blick auf das Entscheidungsspiel am Donnerstag: „Da geht es um alles.“
Ulms Trainer Thorsten Leibenath lobte seine Mannschaft für die Reaktion nach den Niederlagen in den Spielen zwei und drei und setzt nun auf die Unterstützung der Anhänger: „Ich erwarte am Donnerstag eine Atmosphäre, wie es sie noch nie in unserer Halle gegeben hat.“
Prickelnd war die Stimmung am Dienstagabend auch in der mit 6000 Zuschauern ausverkauften großen EWE-Arena – allerdings nur vor dem Spiel. Zu Beginn punkteten ausschließlich die Ulmer, ehe Chris Kramer für die ersten Oldenburger Zähler sorgte – 2:10 hieß es nach diesem Fehlstart der Hausherren (4. Minute). Ulm dominierte klar und führte nach dem ersten Viertel mit 20:9.
Selbst nachdem Dennis Kramer die Oldenburger mit sechs Punkten in Folge auf 17:22 heranbrachte (13.), fehlten den Offensivbemühungen weiterhin die zündenden Ideen. Die Ulmer hingegen zeigten, wieso sie die Hauptrunde als Erster abgeschlossen hatten und als Favorit in diese Serie gegangen waren. Insbesondere Ulms Center-Star Raymar Morgan wusste den Freiraum immer wieder zu nutzen, der US-Amerikaner war am Ende mit 18 Punkten bester Werfer der Gäste.
Auch ein Zwischensprint der Baskets zum 36:42 (21.) sorgte nicht für die Wende. Anders als bei Oldenburgs Rekord-Aufholjagd in Spiel zwei übernahm Ulm rasch wieder die Kontrolle und brachte die Partie souverän nach Hause.
Rund 20 Minuten nach Spielschluss wurde ein Feueralarm in der Arena ausgelöst. Zuschauer, Baskets-Mitarbeiter und Journalisten mussten den Innenraum verlassen – allerdings nur kurz. Dann gab es Entwarnung. Es handelte sich um einen Fehlalarm.
