Oldenburg - In den vergangenen Tagen hielten sich die EWE Baskets Oldenburg auf dem Transfermarkt bedeckt. Zuletzt verließen in Phil Pressey (Karriereende), Sebastian Herrera (Baskets Bonn), Martin Breunig (Ziel unbekannt) und nun am Mittwoch in Tai Odiase (Germani Brescia/Italien) gleich vier Basketball-Profis in kurzer Zeit den Bundesligisten. Zugänge? Fehlanzeige! Doch nun haben die Baskets in Tanner Leissner am Donnerstag nachgelegt – und er wird nicht der letzte Zugang in Oldenburg sein.
Baustelle Flügel
Besonders auf den großen Positionen müssen und werden die Oldenburger weiter nachlegen. Vor der Verpflichtung von Leissner stand in T.J. Holyfield bisher nur ein Power Forward in Diensten der Baskets. Der 26-jährige US-Amerikaner schließt nun diese Lücke – zumindest auf der großen Flügelposition. „Ich habe schon öfter gegen Oldenburg gespielt. Daher weiß ich: Das ist ein Club mit einer großen Tradition und einer großartigen Fanbase. Ich freue mich sehr darauf, in der nächsten Saison für die Baskets aufzulaufen“, wird der in San Antonio geborene Flügelspieler zitiert, der in Oldenburg einen Einjahres-Vertrag unterschrieben hat.
Der Texaner wechselte nach seiner College-Zeit an der University of New Hampshire zur Saison 2018/19 zu Ehingen/Urspring nach Deutschland in die 2. Liga Pro A. Dort wurden die Riesen Ludwigsburg auf den Flügelspieler aufmerksam und lotsten den 2,01 Meter langen Leissner schließlich in die Bundesliga. Er kennt den Spielstil in Deutschland also bestens. Nach Stationen beim türkischen Erstligisten Afyon Basketbol (2020 bis 2021) und beim litauischen Spitzenclub Rytas Vilnius (2021 bis 2022), kehrt er jetzt wieder ins deutsche Oberhaus zurück.
Der Dreier-Schütze
Mit Vilnius traf Leissner in der vergangenen Saison übrigens in der Gruppenphase der Champions League zweimal auf die Oldenburger. „Er hat auf seinen Stationen gezeigt, dass er bislang noch jedes Team besser gemacht hat“, sagt Srdjan Klaric, Sportlicher Leiter der Baskets. Besonders durch seine starke Dreier-Quote macht Leissner das Spielfeld breit und reißt damit auch Lücken für seine Mitspieler.
„Im Verlauf seiner bisherigen Karriere hat sich Tanner hochgearbeitet und durchgebissen. Das sagt viel aus über seine Arbeitsmoral und Motivation“, freut sich auch Neu-Coach Pedro Calles auf seinen neuen Flügelspieler.
Baustelle Center
Nach den Abgängen von Breunig und Odiase steht in Norris Agbakoko aktuell nur ein Center im Aufgebot. Der 22-Jährige wird in der kommenden Saison mehr Spielzeit bekommen, soviel ist sicher. Allerdings werden die Oldenburger mindestens noch einen erfahrenen Profi auf dieser Position verpflichten. Gerade die vergangene Saison hat gezeigt, dass die Center-Position besonders verletzungsanfällig war. In den beiden letzten Bundesligaspielen stand den Baskets kein einziger Center zur Verfügung. Das muss sich in der neuen Saison zwar nicht wiederholen, dennoch sollten die Baskets die Last auf mehrere Schultern verteilen – zumal Agbakoko noch die Erfahrung fehlt.
