Oldenburg - Chaundee Brown Jr. spielte schon mit Basketball-Superstar LeBron James und NBA All-Star Rajon Rondo zusammen bei den Los Angeles Lakers. „Es war ein unglaubliches Gefühl“, erzählt der US-Amerikaner am Mittwoch im Gespräch mit unserer Zeitung über seine kurze, aber intensive Zeit in der nordamerikanischen Profiliga NBA. Zwischen 2021 und 2022 absolvierte der Flügelspieler für die Lakers und die Atlanta Hawks insgesamt fünf NBA-Spiele, ehe es den 25-Jährigen im Sommer 2023 erst nach Straßburg in Frankreich und dann Ende Dezember nach Oldenburg verschlug.
Wilder Fahrradverkehr
In Oldenburg ist nun alles etwas kleiner und ruhiger als bei den großen NBA-Franchises. Dennoch fühlt sich der Small Forward wohl. Es sei „definitiv eine andere Umgebung“, erklärt der aus Orlando/Florida stammende Basketballer: „Aber ich liebe es. Die Mannschaft, die Stadt und die Fans sind super. Sie unterstützen uns zuhause und auswärts. Das ist toll“.
In den paar Wochen in Oldenburg hat Brown Jr. nun schon etwas Zeit gehabt, seine Teamkollegen besser kennenzulernen. Die Chemie stimme, erzählt der 25-Jährige. An eines hat sich der Flügelspieler aber noch nicht so richtig gewöhnt – die Fahrradfahrer. „Es sind so viele. Mir wurde zwar davon erzählt, aber ich hab’s nicht wirklich geglaubt. Es sind wirklich viele“, sagt der Profi lächelnd: „Du musst echt aufpassen, wo du lang fährst“.
Dabei hat der Sommer in Oldenburg noch lange nicht begonnen. Mit dem Fahrradverkehr steht Brown Jr. aber nicht alleine da. Für viele Gast-Spieler aus den Vereinigten Staaten stellen die Radfahrer in der Unistadt eine besondere Herausforderung abseits des Basketball-Parketts dar.
Gelungener Einstand
Auf dem Court hat der US-Amerikaner indes schon mächtig Fahrt aufgenommen. In sechs Bundesliga-Spielen für die Baskets punktete Brown Jr. sechsmal zweistellig. Beim Auswärtssieg bei den Hamburg Towers (91:80) am vergangenen Samstag erzielte er 25 Punkte – bisheriger Bestwert in seiner noch kurzen Erstliga-Karriere.
Mittlerweile ist der Flügelspieler (15,7 Punkte im Schnitt) damit Oldenburgs drittbester Scorer im Team. Nur Spielmacher DeWayne Russell (16,9) und der weiterhin verletzte Guard Charles Manning Jr. (16,5) erzielten in dieser Saison mehr Punkte.
Dafür führt Brown Jr. die Liste der verwandelten Dreier an. Der Forward nimmt im Schnitt 4,5 Würfe von Jenseits der 6,75-Meter-Linie und trifft dabei 2,2 seiner Dreier-Versuche. Das sind stolze 48,2 Prozent.
Dass der Neu-Oldenburger aufgrund der Verletztenmisere zeitweise auf den großen Flügel ausweichen muss, störe ihn gar nicht. „Damit helfe ich dem Team. Das ist so eine Art Opfer, welches ich für die Mannschaft bringen muss. Auch wenn es bedeutet, dass ich größere Spieler verteidigen und mehr Rebounds holen muss“, sagt Brown Jr. (1,97 Meter) über seine Rolle.
Offene Rechnung
So viele Verletzungen, wie die Oldenburger aktuell haben, hat der Flügelspieler in seiner Karriere auch noch nicht erlebt. „Nicht während einer Saison“, erklärt er. In Kapitän Max DiLeo (Hüft-Operation), den Forwards Deane Williams (Wadenverletzung), Brekkott Chapman (Sprunggelenk) und Alen Pjanic (Reha nach Armbruch), Center Norris Agabakoko (Handverletzung) und Guard Manning Jr. (Fuß-OP) fehlen sechs Spieler. Am Mittwoch verpflichteten die Baskets daher den estnischen Power Forward Artur Konontsuk. DiLeo saß in Hamburg zumindest wieder auf der Bank. An diesem Samstag (18.30 Uhr, große Arena) gegen die Riesen Ludwigsburg wird er wohl erneut im Kader stehen. Ob er zum Einsatz kommt, ist fraglich.
Brown Jr. hat indes mit den Schwaben noch eine Rechnung offen. Mit seinem Ex-Club SIG Straßburg spielte er in der Vorbereitung zweimal gegen die Riesen und kassierte zwei Pleiten. Mit Oldenburgs gab’s am 27. Dezember im Hinspiel (80:104) eine deftige Niederlage. „Ich weiß wie sie spielen. Wir müssen unser Spiel durchbringen, dann klappt das“, gibt sich Brown Jr. zuversichtlich.
