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NWZonline.de Sport

BBL-Turnier: Basketballprofi positiv - Aber: "Bewährungsprobe bestanden"

21.05.2020

München (dpa) - Nach den ersten Teamtrainings seit mehr als zwei Monaten hat die Basketball-Bundesliga einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Meisterturnier gemacht.

Alle Spieler und Betreuer, die schon vor dem vergangenen Wochenende in Deutschland waren, wurden nach Angaben der BBL bei ihren zehn Teams zweimal negativ auf das Coronavirus getestet. Wie diffizil der Plan bleibt, die Saison bis zum 28. Juni mit 35 Partien im Münchner Audi Dome zu Ende zu spielen, zeigt jedoch der positive Befund eines aus dem Ausland einreisenden Spielers. Dieser Profi habe zu keiner Zeit Kontakt zu seinem Team gehabt und wurde isoliert, wie die Liga mitteilte.

Die Liga sah die erste "Bewährungsprobe" für ihr Hygiene- und Sicherheitskonzept damit als "bestanden" an. Bis das Turnier am 6. Juni mit der Partie zwischen der BG Göttingen und den Hakro Merlins Crailsheim eröffnet wird, bedarf es aber weiter höchster Wachsamkeit. "Jeder Einzelne muss sich in den kommenden sechs Wochen sehr intelligent und diszipliniert verhalten", betonte Marko Pesic, Geschäftsführer von Titelverteidiger FC Bayern München der Deutschen Presse-Agentur. "Ich habe keine Zweifel, dass uns das gelingt."

Mit einem "riesengroßen Vertrauensvorschuss" (Pesic) hatte die bayerische Staatsregierung die Basketballer durch die Genehmigung des Konzepts ausgestattet. Die Erfahrungen mit Spielen ohne Zuschauer will die BBL auch mit europäischen Ligen und anderen Sportarten in Deutschland teilen. "Wir müssen schauen, dass der Basketballsport in Europa überlebt, dass in Deutschland der Hallensport überlebt", sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz in einem Podcast von Magentasport. Dabei kündigte er eine Zusammenarbeit mit der Handball-Bundesliga und der Deutschen Eishockey Liga an, die ihre Saison abgebrochen hatten.

Nur wenige Stunden nach dem politischen Okay stiegen die ersten Basketball-Teams wieder ins lang ersehnte Mannschaftstraining ein. Im BBL-Konzept sind drei Wochen Mannschaftstraining vorgesehen. Doch weil sich die Entscheidung der Behörden etwas länger hinzog, sind es nun nur noch zweieinhalb Wochen, bis es in München losgeht. Notwendig für die Rückkehr ins Training ist die Genehmigung der lokalen Gesundheitsämter, die an vielen Standorten bereits vorliegt.

"Wir müssen uns jetzt so gut vorbereiten, wie es geht", sagte Bayerns Nationspieler Paul Zipser dem Online-Portal "spox.com". Ob die kurze Vorbereitungszeit zu mehr Verletzungen führe, vermöge er nicht zu sagen. Aber: "Wenn ein Profisportler nicht in seinem normalen Rhythmus ist oder nicht die übliche Vorbereitung hat, dann ist das Risiko natürlich höher", sagte der frühere NBA-Profi.

Die Bayern trainieren bereits wieder in Gruppen. In Oldenburg, Göttingen und Vechta liegt schon die Erlaubnis zum Kontakttraining vor, weshalb Rasta-Coach Pedro Calles seine Spieler gleich am Dienstagabend zur ersten gemeinsamen Einheit bat. "Das ist ein Etappensieg gegen die Pandemie, die uns allen die Normalität genommen hat", sagte Oldenburgs Trainer Mladen Drijencic, der mit seinem Team am Mittwoch wieder ins Teamtraining einstieg.

Die Freude und Erleichterung, die Saison im speziellen Format mit zehn Clubs und dreiwöchiger Hotel-Quarantäne doch noch sportlich zu Ende zu bringen, war überall groß. "Es ist besser, diesen Wettbewerb zu spielen, als gar keinen", sagte Alba Berlins Coach Aito. Doch auch der Trainer-Veteran sieht die Risiken der kurzen Vorbereitungszeit. "Wir müssen nun so schnell wie möglich in das Mannschaftstraining einsteigen und die ausländischen Spieler integrieren, die derzeit noch in Quarantäne sind, damit wir bis zum Turnier unseren bestmöglichen Basketball spielen können", sagte der Spanier.

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