• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport

Bei Hannawald beginnt das Kribbeln im Bauch

27.12.2015

Oberstdorf Jedes Jahr vor Silvester wird Sven Hannawald nervös. Namen wie Peter Prevc oder Severin Freund genügen, und im Bauch des ehemaligen Skisprung-Stars beginnt das Kribbeln. „Es gab und gibt viele, die meinen Rekord schaffen können“, sagt Hannawald kurz vor der 64. Vierschanzentournee, bei der die Flieger-Elite wieder einmal den historischen Grand Slam des 41-Jährigen jagt.

Bisher ist es immer gut gegangen. 14 Jahre ist es nun schon her, dass Hannawald wie im Höhenrausch alle Tourneespringen gewann. Eine bis heute einmalige Leistung. Seither bangt er jeden Winter um seine Bestmarke. „Ich hatte Jahre, in denen ich die Springen weder an der Schanze noch am Fernseher anschauen konnte“, sagte der bis heute letzte deutsche Tournee-Sieger.

Ganz so schlimm ist es nicht mehr, Hannawald ist deutlich gelassener geworden. Doch ein „Kribbeln“ sei vor der Qualifikation am Montag in Oberstdorf durchaus vorhanden, gesteht der Team-Olympiasieger von 2002. Auf dem Zettel hat Hannawald vor allem Weltmeister Freund und den Slowenen Prevc. Letzterer hat mit zuletzt drei Weltcupsiegen in Folge seine Vorliebe für Serien bereits unter Beweis gestellt.

Freund und Prevc, diesen beiden traut Hannawald bei der Tournee am meisten zu. „Für beide spricht die Erfahrung, sie können mit dem Druck umgehen“, sagt er. Denkbar sei höchstens noch ein Sieg eines Norwegers. Die Serie der zuletzt siebenmal in Folge siegreichen Österreicher werde somit wohl reißen. „Das soll nicht heißen, dass ich es ihnen nicht gönne, aber es sieht ganz so aus“, sagt Hannawald.

Die Daumen drückt der zweimalige Team-Weltmeister dennoch Severin Freund, der Respekt vor dem 27-Jährigen ist angesichts der jüngsten Erfolge noch einmal gewachsen. Und doch spricht Hannawald ebenso deutlich von „einer Lücke“, die ohne Tournee-Sieg in Freunds Karriere entstünde: „Die Tournee ist ein Markenzeichen. Ich bin froh, dass ich sie gewonnen habe. Andere Titel sind für mich weniger wert.“

Jenen Tournee-Titel holte Hannawald am denkwürdigen 6. Januar 2002. Unglaubliche 14,89 Millionen Zuschauer sahen, wie er in Bischofshofen auch das vierte Springen gewann. „Als Reinhard Heß sich vor mir verneigte und seine Mütze vom Kopf zog, war das ein bewegender Moment. Das hatte er noch bei keinem gemacht. Auch nicht bei Jens Weißflog, der die Tournee viermal gewonnen hat“, sagte Hannawald einmal über die Reaktion des damaligen Bundestrainers.

Ob dieses Kunststück jemals wiederholt wird? Hannawald hielt das schon immer für möglich. „Am Ende hat aber bei allen das letzte Puzzlestück gefehlt. Ob es jemand schafft, ist einfach von so unglaublich vielen Faktoren abhängig“, sagt er - und schaut gebannt nach Oberstdorf. Mit einem Kribbeln im Bauch.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.