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NWZonline.de Sport

Snooker: Bei ihm geht fast nie etwas schief

03.05.2017

Sheffield Mark Selby präsentierte seinen ganzen Stolz auf dem grünen Billardtisch. Der alte und neue Snooker-Weltmeister strahlte über das ganze Gesicht, als er im Konfettiregen seinen Pokal zu seiner Rechten und seine kleine Tochter Sofia Maria zu seiner Linken auf dem Spielfeld zeigte – auch Frau Vikky Layton durfte in diesem emotionalen Moment nicht fehlen. „Das ist ein fantastisches Gefühl“, sagte der 33-jährige Engländer, der sich auch über ein Preisgeld von 375 000 Pfund (knapp 450 000 Euro) freuen darf.

Im Moment des Triumphs, der nach dem packenden 18:15 gegen den Schotten John Higgins erst nach über elf Stunden Spielzeit feststand, grinste Selby ins Publikum. Es schien eine große Last von dem Ausnahmekönner abzufallen, der seiner Favoritenrolle gerecht werden wollte. „Es ist physisch und mental so hart, dieses Turnier zu gewinnen“, sagte Selby nach seinem dritten WM-Titel: „Snooker ist eine der schwierigsten Sportarten der Welt.“

Der „Jester (Witzbold) von Leicester“ ist jetzt einer von vier Profis, denen die Titelverteidigung gelang. Vor ihm schafften das Stephen Hendry (Schottland), Ronnie O’Sullivan sowie Steve Davis (beide England). „Das ist etwas, wovon ich nur hätte träumen können“, sagte er. Selby ist Triple-Held – und mittlerweile der Maßstab im Snooker-Sport.

„Wenn du Turniere gewinnen willst, musst du so spielen wie Selby. Es ist die moderne Art des Spiels“, lobte der fünfmalige Champion O’Sullivan. Selby zeichnet sich nicht nur durch ein hervorragendes Lochspiel aus. Er ist variabel, beherrscht seine Rivalen taktisch und leistet sich fast keine Fehler. Seit 27 Monaten steht er ununterbrochen an der Spitze der Weltrangliste. „Ich denke, Mark wird diesem Titel weitere folgen lassen“, sagte der unterlegene Higgins. Er bezeichnete Selby als „Granit“ und als „großartigen Champion“.

Die WM-Pokale, von denen er nun als einer von zehn Spielern drei hat, widmet Mark Selby auch seinem verstorbenen Vater. Mit 16 Jahren hatte er ihm am Krankenbett versprochen, für ihn einmal Weltmeister zu werden. In der Nacht zum Dienstag gelang es dem überragenden Snooker-Profi schon wieder.

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