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Reiten „Botschafterin für Ganderkesee“

Lars Pingel

BERGEDORF - Einen kleinen Verstoß gegen die sportliche Fairness gaben viele der mehr als 200 Reitsportfans am Montagabend in der Reithalle des Stalls Auffarth in Bergedorf zu. Krumm ihnen nahm das keiner, schließlich hatten alle Sandra Auffarth die Daumen gedrückt. Mit Erfolg. Die Sportlerin des Reitvereins Ganderkesee war am Sonnabend im abschließenden Springen der Vielseitigkeits-Europameisterschaft in Luhmühlen, wie berichtet, fehlerfrei geblieben. Nach Dressur und Geländeritt war sie noch Vierte der Einzelwertung. Ihr perfekter Ritt und nicht ganz so gute zweier Konkurrenten brachten sie auf Opgun Luovo noch auf den Silberrang, zudem trugen Auffarth und ihr Pferd, das sie „Wolle“ nennt, maßgeblich zum Titelgewinn der deutschen Equipe bei.

Verein ist stolz

Dieser Erfolg wurde am Montag gefeiert. Freunde, Verwandte, Vereinskameraden, Nachbarn, Vertreter benachbarter Vereine und der Reitverbände waren nach Bergedorf gekommen. Andree Jonker, Vorsitzender des RVG, hatte sogar Ganderkeseer Musiker zusammengetrommelt, die die Spitze des Zuges bildeten, der Sandra Auffahrt sowie ihre Eltern Bärbel und Karl-Heinz Auffarth aus dem Wohnhaus abholte und in die Reithalle geleitete. „Wir gratulieren dir und der Mannschaft“, sagte Jonker dort. „Wir sind stolz auf euch.“

Das gelte für die ganze Gemeinde Ganderkesee, erklärte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas. „Das war schon ein besonderes Wochenende“, sagte sie. Immer wieder sei die Ganderkeseer Reiterin in verschiedenen Fernsehsendungen, sogar in den Nachrichten, aufgetaucht. „Das war ein grandioser Erfolg“, so Gerken-Klaas. Sie lud Auffarth ein, sich in das Goldene Buch der Gemeinde einzutragen. „Ich bin froh, dass wir eine solche Botschafterin haben, die Ganderkesee in Deutschland und Europa bekannt macht.“

Für den Reiterverband Oldenburg und den Bezirksverband Weser-Ems gratulierte Michael George. „Mit dir, deinen Leistungen und deinem Pferd sehen wir dich nächstes Jahr auch in England“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des RV Oldenburg mit Blick auf die Olympischen Spiele in London.

Allen sei das „supertolle Bild“ aufgefallen, dass Auffarth und „Wolle“ abgegeben hätten, sagte die 2. Vorsitzende des Kreisreiterverbands Delmenhorst, Katja Stöver. „Natürlich hat du ein tolles Pferd, aber das musste ja auch erst einmal dazu motiviert werden, solch tolle Leistungen zu bieten.“ Stöver gehörte übrigens zu dem großen Fanclub, der Auffarth in Lohmühlen unterstützte. Er war wegen seiner Lautstärke, aber auch an den grünen T-Shirts mit der Aufschrift „Good Luck! Sandra und Wolle“ gut zu erkennen, auch von der Reiterin. Dass die Anfeuerung geholfen hatte, bestätigte Auffarth. „Vielen Dank dafür. Es hat Spaß gemacht mit eurer Unterstützung die EM zu reiten“, sagte sie.

Dank an „Wolle“

Außerdem bedankte sie sich bei ihren Eltern – „Ohne sie hätte ich das alles nicht geschafft “ –, bei Julia Fellhauer für die Pflege von „Wolle“ während der EM, bei ihren Trainern Karola Koppelmann (Dressur) und Stephan Geue (Springen), die nach Lohmühlen gekommen waren, sowie bei „Wolle“. „Es ist unglaublich, was er das ganz Jahr geleistet hat“, sagte Auffarth. „Aber er weiß ganz genau, dass er etwas Tolles vollbracht hat. Das ist auch gut so.“

Bereits

ab diesem Mittwoch steht für die Mannschaftseuropameisterin und EM-Silbermedaillengewinnerin Sandra Auffarth das nächste Turnier an. Beim Bundeschampionat in Warendorf (31. August bis 4. September) wird sie allerdings nicht mit Opgun Luovo, sondern mit Simao an den Start gehen.

In der Teilnehmerliste für das Championat finden sich auch die Reiter, die mit Auffarth bei der EM Teamgold gewonnen haben. Michael Jung, Ingrid Klimke und Andreas Dibrowski wollen ebenfalls in Warendorf antreten.

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