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NWZonline.de Sport

Das sagt Klinsmann über Bayern

17.01.2020

Berlin Es wird ein ganz spezielles Spiel für den Hertha-Reformer Jürgen Klinsmann – ob mit oder ohne gültigen Trainerschein. Klinsmann gegen seinen Ex-Club FC Bayern: Natürlich kommen da neben der aktuellen Aufgeregtheit um die noch zu erneuernde Fußballlehrerlizenz auch wieder die zertretene Werbetonne und die umstrittenen Buddha-Figuren ins Spiel, wenn der ehemalige Welt- und Europameister zum Rückrundenauftakt der Bundesliga an diesem Sonntag (15.30 Uhr) mit seinem neuen Club auf die Münchner trifft.

„Ich durfte ein Jahr als Trainer dort machen, war zwei Jahre Spieler, wurde Europacupsieger, deutscher Meister“, erinnert sich der 55-Jährige an seine spannungsgeladenen Bayern-Jahre, die für ihn „eine ganz, ganz tolle Lebenserfahrung“ waren. Allerdings habe er schnell gemerkt, „dass das ein oder andere dann nicht gepasst hat. Da hat man sich aufgerieben und war anderer Meinung“, sagte Klinsmann zu seiner gescheiterten Bayern-Ehe.

Von 1995 bis 1997 schoss der Ausnahmestürmer Klinsmann für den nationalen Branchenführer in 84 Spielen 48 Tore, dennoch trennten sich nach zwei Spielzeiten die Wege. „Mit Sicherheit war der FC Bayern der professionellste Club, bei dem ich gespielt habe“, sagte der Ex-Profi. Gegen den SC Freiburg holte Trainer Giovanni Trapattoni den damaligen Kapitän der Nationalmannschaft vom Platz. Es folgte jener bekannte Frusttritt in die Batterie-Werbetonne. „Es hat sich über Monate so viel angestaut, da sind meine Gefühle mit mir Gassi gegangen“, kommentierte Klinsmann später.

Sein Trainer-Engagement beim deutschen Branchenführer dauerte nur von Sommer 2008 bis April 2009, dann musste der einstige Bundestrainer ohne Titel gehen. Mit großem Ballyhoo empfangen, prallten an der Säbener Straße Klinsmanns grenzenloser Reformkurs und der Stolz beim Rekordmeister knallhart aufeinander. Auch wenn er für die Buddha-Statuen am Trainingszentrum nicht verantwortlich war, wie Klinsmann in Berlin nochmals betonte.

Klinsmann ist dennoch „einfach dankbar“ für seine erste Erfahrung als Clubcoach. „Natürlich“ habe er aus dieser Zeit auch gelernt, betonte er: „Weil jeder Mensch lernt aus Erfahrungen, ob die jetzt positiv oder negativ sind.“ Eine Wiederholung aber ist für den aktuellen Hertha-Chefcoach auch hypothetisch undenkbar. „Ich glaube, da sind wir alle ehrlich genug. Wenn man weiß, irgendwo passt es da nicht zusammen, ist es okay so. Sie werden sich auch nicht zum dritten, vierten oder fünften Mal wieder verheiraten mit ihrer eigenen Frau nach Scheidungen“, so Klinsmann.

Mit Berlin scheint er eine neue Liebe gefunden zu haben, auch wenn bei Hertha die derzeit riesige Diskrepanz zwischen Klinsmanns Vision vom Mega-Club und der Realität als Verein im Abstiegskampf für Reibungen sorgt. „Unser gesamter Fokus liegt derzeit auf dem Spiel gegen den FC Bayern. Wir wollen ein Ausrufezeichen setzen“, sagte Klinsmann: „Wir haben gar nichts zu verlieren. Wenn wir da einen Punkt holen: Mega. Holen wir drei: Boah, dann ist Party angesagt.“ Denn für ihn ist der FC Bayern trotz aller Spannungen einfach „einer der besten Clubs der Welt“.

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