BERLIN/CLOPPENBURG - BERLIN/CLOPPENBURG - Ernsthafte Unstimmigkeiten gibt es offenbar zurzeit im Kader des Handball-Zweitligisten TV Cloppenburg. Die zuletzt wenig berücksichtigten Maike Högemann und Mareike Berk verzichteten auf eine Mitreise zum SV Berliner VG 49 (25:28/siehe Bericht im Sport). Beide Spielerinnen sahen dem Vernehmen nach auch in der Hauptstadt nur geringe Chancen auf einen Einsatz und sparten sich deshalb eine strapaziöse 1000-Kilometer-Busfahrt, während ihre Teamkolleginnen nach einem ausgedehnten Kneipenbummel erst gegen vier Uhr am Sonntagmorgen wieder heimfuhren.
„Die beiden Spielerinnen sind aus eigenem Antrieb nicht mitgefahren, das ist richtig. Wir müssen das intern noch mal besprechen, und auch mit den Spielerinnen ist noch zu reden. Konsequenzen gibt es da noch keine“, erklärte TVC-Trainer Frank von Häfen. Beide Spielerinnen wollten sich gestern indes nicht äußern.
Da auch noch Lena Lamping kurzfristig an Grippe erkrankt war, fehlten dem Cloppenburger Trainergespann von Häfen und Robert Kalucki also drei Spielerinnen für den anvisierten Punktgewinn in Berlin. Dass daraus nichts wurde, lag vor allem an einer aus Cloppenburger Sicht sehr ärgerlichen Schlussphase.
Auch der Start klappte nicht wie gewünscht, denn der Anpfiff erfolgte mit einer halben Stunde Verspätung erst um 20.30 Uhr. Das Bundesliga-Volleyballspiel zwischen dem Berliner BVC 68 und dem USC Braunschweig (2:3) hatte länger gedauert.
So wurden die Cloppenburgerinnen noch zu „Spätarbeitern“, was zuerst auch gut gelang. Nach 30 sehr ausgeglichenen Minuten führte der BVG zwar mit 13:11, doch der TVC war in unmittelbarer Schlagdistanz und hatte noch alle Möglichkeiten. Nach dem Seitenwechsel setzten die Akteure da an, wo sie vorher aufgehört hatten. Berlin legte ein Tor vor, und die Cloppenburgerinnen zogen sofort nach. So ging es munter bis zum 22:20 für das Heimteam (50.). „Ich hatte in dieser Phase des Spiels nicht das Gefühl, dass ein Sieg für uns unmöglich ist. Wir hätten aber vielleicht zwingender spielen müssen, um auch mal in Führung zu gehen. Dann wäre Berlin in Zugzwang geraten“, sagte von Häfen.
Die nun folgenden fünf Minuten gaben dem Spiel aber eine unerwartete Wende, der der TVC nicht viel bis gar nichts entgegen zu setzen hatte. Der BVG arbeitete in der ohnehin schon gut stehenden Deckung noch aggressiver und zwang die Cloppenburgerinnen zu Fehlern. Diese münzte Berlin per Tempogegenstoß in Tore um.
Im Gegenzug vertändelte der TVC den Ball ein ums andere Mal und nutzte selbst beste Chancen nicht. Ruckzuck stand es 27:20 für das Heimteam – was einer Entscheidung gleichbedeutend war. „Wir haben in dieser Phase gegen einen wahrlich nicht übermächtigen Gegner zu viele einfache Fehler gemacht und den Ball und somit einen möglichen Punktgewinn weggeworfen“, ärgerte sich von Häfen über die entscheidenden fünf Minuten.
Ein mögliches Debakel verhinderte eine Auszeit des TVC, in der das Trainergespann sein Team noch einmal bei der Ehre packte. Lohn war die Resultatskosmetik zum 25:28. Von Häfen: „Wir wollten uns, nachdem wir 50 Minuten gut gespielt hatten, hier nicht unnötig noch eine Klatsche abholen.“
Am kommenden Wochenende erwartet der TVC die TSG Wismar. Anpfiff ist um 19.30 Uhr in der Halle an der Schulstraße.
