BERN - Ein schwerer Fehler von Raphael Wicky führte zum Siegtreffer der Schweizer. Die Hamburger spielten ohne Ideen.
von Heinz Keller
BERN - Der Hamburger SV hat seine Auswärtsmisere 2006 auch im Uefa-Cup-Spiel beim FC Thun fortgesetzt. Die Hanseaten stehen nach der 0:1 (0:1)-Niederlage bei den Schweizern nun im Rückspiel am kommenden Donnerstag (18.30 Uhr/DSF) vor einer schweren Aufgabe, um doch noch ins Achtelfinale einzuziehen – und eine Blamage abzuwenden. Der Brasilianer Adriano (30.) brachte die Gastgeber mit seinem ersten Torschuss nach einem schweren Fehler von Raphael Wicky in Führung. „Was wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, war viel zu wenig“, ärgerte sich HSV-Trainer Thomas Doll, „in der zweiten Halbzeit hatten wir dann bessere Chancen, aber es hat der letzte Biss gefehlt, um das Tor zu erzielen.“Wie bereits in den verlorenen Bundesligapartien in Nürnberg und Hannover fehlten dem HSV gegen eine massive Abwehr die Ideen und die Durchschlagskraft im Angriff. Das Fehlen des noch verletzten Regisseurs Rafael van der Vaart machte sich erneut bemerkbar, das Selbstvertrauen und die Spielfreude der Hinrunde sind auswärts Verkrampfung und Unsicherheit gewichen. „Wir haben uns in letzter Zeit auswärts nicht mit Ruhm bekleckert. Das müssen wir analysieren“, sagte der enttäuschte Doll. „Gut, dass wir noch das Rückspiel haben“, ergänzte der Coach. „Da werden wir einen anderen HSV sehen.“
Zu der schwachen Angriffsleistung kam dann noch Pech, als der vermeintliche Ausgleich durch Daniel van Buyten (70. Minute) wegen einer angeblichen Abseitsstellung von Vorbereiter Sergej Barbarez zu Unrecht nicht anerkannt wurde. Auf der anderen Seite traf Nelson Ferreira (75.) mit dem zweiten gefährlichen Schuss der Thuner nur die Latte.
Ausgerechnet dem Schweizer Wicky unterlief im Stade de Suisse in Bern der folgenschwere Fehlpass auf Thuns Stürmer Omar Faye, der den freistehenden Adriano bediente. Gegen dessen Schuss unter die Torlatte war HSV-Keeper Stefan Wächter chancenlos. Wicky wurde damit zur „tragischen Figur“ eines rundum missglückten Abends. Der 28-Jährige hatte gerade erst wieder seine Stammposition im defensiven Mittelfeld vom niederländischen Neuzugang Nigel de Jong zurückerobert und wurde im Stade de Suisse von zahlreichen Freunden und Verwandten angefeuert.
Nach dem Gegentor war den Hamburgern Verunsicherung anzumerken, im Spielaufbau kam es zu Fehlpässen. Im zweiten Durchgang wurde die optische Überlegenheit der Gäste größer, doch heraus kamen dabei nur wenige „Halbchancen“.
