BERNE - BERNE - Die Nachricht verbreitete sich im Berner Reitverein „Sturmvogel“ wie ein Lauffeuer: Die Ponyspielgruppe von Hans-Hermann Koch hatte bei den Bundesponyspielen in Hamburg gewonnen und darf sich nun für ein Jahr mit dem Titel „Deutscher Meister“ schmücken.
Die Freude über den unerwarteten Erfolg war unter den Vereinsmitgliedern groß, und so wurden die neuen Meisterreiter Julia Meier, Jennifer Taborsky, Mairin Tönjes und Jana Ulhorn nur fünf Stunden später auch meisterlich in Berne empfangen. Der Verein hatte spontan eine Grillparty mit fast 80 Sturmvogelmitgliedern in der bunt geschmückten Reithalle organisiert, und in Bernes Küchen wurde alles in den Kühlschränken Befindliche zu Salaten verarbeitet.
„Wir freuen uns riesig“, strahlt Vorsitzender Dieter Logemann. „Das ist ein unglaublicher Erfolg für den ganzen Verein!“ Die Ponyspieltruppe war mit einem Fanclub von gut 25 Leuten nach Hamburg aufgebrochen. Dort errichteten sie dann ein kleines „Sturmvogel“-Zeltdorf, in dem die Stimmung von Tag zu Tag besser wurde, denn nach dem 1. Vorlauf war das Team auf Platz 2. Danach lag Berne immer in Führung.
Die mitgereisten Fans feuerten ihre Mannschaft mit dem Slogan „Berne, Berne, wir sehen Euch so gerne“ bis die Endrunde gegen Steinfeldmühlen an. Einige treue Berner Fans reisten später in die Hansestadt nach, wodurch die Stimmung noch besser wurde.
„In das Finale konnten wir relativ locker gehen“, erzählt Meistertrainer Hans-Hermann Koch. „So weit zu kommen, war schon großartig. Die Mannschaft hab‘ ich ja so erst seit November zusammen. Die Reiter aus Steinfeldmühlen haben dann einen Becher fallen lassen, und wir haben einfach keinen Fehler gemacht. Plötzlich hatten wir gewonnen!“
Das entscheide „Becherspiel“ erklärt Siegerin Jennifer Taborsky so: „Es gibt fünf Stangen, davon steckt auf vier Stangen je ein Becher. Den muss man vom Pony aus immer einen Stab weiter stecken. Wenn einer herunter fällt, muss man vom Pony und ihn aufheben. Das kostet natürlich Zeit.“ Für Berne reichte die Zeit, die Steinfeldmühlen dabei verlor.
Während die Erwachsenen zurück in der Berner Kantine die Geschichten aus Hamburg nur weitererzählten, spielten die Kinder und Jugendlichen das Turnier einfach nach. So sprang man in der Reithalle noch bis spät in den Abend über Hindernisse, rannte um Kegel und hüpfte mit Säcken durch die Reithalle – nur ohne Ponys. Die hatten sich eine Pause verdient. Und obwohl zwischen dem Sieg und der Meisterfeier nur wenige Stunden lagen, schrieb die 11-jährige Alena Tönjes noch ein Gedicht für die Sieger dessen Ende nicht besser hätte sein können: „Heut sagt ihr nicht ,Scheibenkleister‘, sondern ,Wir sind Deutscher Meister!‘“
