BERNE - 47 Sportler gingen beim ersten Hungermarsch 1977 in Berne an den Start. Die Zahl der Teilnehmer steigerte sich bis über 200 in den besten Zeiten. „Inzwischen geht sie jedoch kontinuierlich zurück und darum gebe ich diese Aktion nun auf“, erklärte Organisator Rolf Morisse am Sonnabend. Dreimal um die Erde reicht die Strecke, die die Sportler in dieser Zeit mit insgesamt 138 163 Kilometern zurücklegten. 70 920 Euro plus den Betrag des letzten Marsches konnten dabei erwirtschaftet werden.
Vor dem letzten Start ging es zur gemeinsamen Andacht in die St.-Ägidius-Kirche, in der Pastor Thomas Ehlert von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Morisse als Dank für sein Engagement eine Urkunde überreichte.
Dieter Harde hatte den Berner Hungermarsch ins Leben gerufen. Neun Jahre später übernahm Morisse die Organisation. Harde ließ es sich jedoch nicht nehmen, beim letzten Marsch wieder dabei zu sein. Auch Bürgermeister Franz Bittner war beim Start der rund 50 Sportler anwesend und dankte Morisse.
Gemeinsam mit der Kirchengemeinde und dem Stedinger Turnverein hatte Rolf Morisse den Lauf organisiert, bei dem den Teilnehmern zwei Strecken zur Auswahl standen. Entweder ging es rund 13 Kilometer über Dreisielen und Wehrder oder in Richtung Hude: Diese Strecke war 36 Kilometer lang.
Sponsoren, die sich die Läufer selber suchten oder von den Organisatoren zuweisen lassen konnten, spendeten dafür zehn oder 22 Euro, je nach Länge der Route. Der gesamte Betrag wurde dem Hilfsprojekt „An einem Strang ziehen“ im russischen Irkutsk zugewiesen.
Thomas Graf Grote, der 2006 zum Pfarrer ordinierte, wanderte 1996 dorthin aus, baute ein Haus für Bibelstunden auf und richtete einen Ort für alkohol- und drogenabhängige Jugendliche an Wochenenden und den Ferien ein. Die Kirchengemeinde Berne unterstützt mit Aktionen wie dem Hungermarsch das Projekt.
