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Reitsport Herpes legt Turnierbetrieb lahm


Hendrik Sosath auf Casino  Berlin: Auch vom Gestüt aus Lemwerder treten die Pferde auf internationalen Turnieren an. Um den Equinen Pferdeherpes einzudämmen, fallen bis zum 28.März alle Veranstaltungen in Deutschland aus. 



Hof Sosath/

Hendrik Sosath auf Casino Berlin: Auch vom Gestüt aus Lemwerder treten die Pferde auf internationalen Turnieren an. Um den Equinen Pferdeherpes einzudämmen, fallen bis zum 28.März alle Veranstaltungen in Deutschland aus.

Hof Sosath/

Berne/Lemwerder - Sehr besorgt schaut die Pferdewelt derzeit nach Valencia, wo auf dem internationalen Turnier CES der Equine Herpesvirus (EHV-1) ausgebrochen ist. Schon mehrere Pferde sind an dem Virus gestorben, auch in Norddeutschland. Über 80 Tiere in Valencia zeigen Symptome.

Auch vom Gestüt Sosath in Lemwerder nehmen jedes Jahr Pferde an internationalen Turnieren teil. Chef Gerd Sosath ist besorgt. „Wir haben momentan ein Pferd in Spanien, es steht aber nicht in Valencia“, sagt er. „Unsere Pferde sind alle geimpft. Der Virus ist jedoch besonders aggressiv und befällt anscheinend auch Tiere mit Impfschutz.“

Um die Pferde zu schützen, dürfen derzeit nur geimpfte Stuten zum Besamen auf den Hof in Lemwerder kommen. Alle Reitsportveranstaltungen sind deutschlandweit bis zum 28. März abgesagt. „Wir unternehmen mit unseren Pferden im Moment keine Reisen“ so Gerd Sosath. Es handele sich bisher noch nicht um eine Pandemie, aber der für die Pferde sehr gefährliche Virus müsse jetzt eingegrenzt werden. „Ich hoffe, dass es dann in vier Wochen weitergehen kann“, sagt er.

Über 1000 Pferde vor Ort

Auf dem CES Valencia waren sehr viele Pferde vor Ort. „Bei so großen internationalen Turnieren sind über 1000 Tiere keine Seltenheit“, erklärt Gerd Sosath. Dadurch sei der Infektionsdruck durch den Virus in Spanien auch sehr hoch gewesen. „Stress macht die Tiere anfälliger für die Krankheit, und die Reise zu einem Turnier ist mitunter stressig“, fügt er hinzu.

Im vergangenen Jahr waren auch die Sportpferde vom Hof Sosath auch auf großen internationalen Turnieren, so in Dubai, Spanien oder Leipzig. Durch die Corona-Pandemie wurden zahlreiche Reitsportveranstaltungen abgesagt, dadurch ballen sich mehr Reiter und Pferde bei den bleibenden Events.

Aggressiver Virus

Equine Herpesvirusinfektionen verursachen keine auf Menschen übertragbaren Krankheiten. Bis zu 80 Prozent aller Pferde tragen das Virus in sich. Häufig verläuft die Infektion symptomlos. Ausbrüche des Virus zeigen sich meistens in Form eines fiebrigen Infekts der Atemwege. Besonders gefürchtet ist die seltene neurologische Ausprägung der Erkrankung, die über Bewegungsstörungen zum Festliegen und damit häufig zum Tod des Pferdes führen kann. Die Pferde können dann nicht mehr aufstehen.

Der Verlust der Fohlen bei tragenden Stuten ist eine weitere von Züchtern gefürchtete Ausprägungsform der Viruserkrankung. In Valencia zeigten die schwer erkrankten Pferde neurologische Symptome.

Auf Symptome achten

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung rät, bei Kenntnis von Ausbrüchen in der Umgebung des Reitstalls regelmäßig Fieber beim eigenen Pferd zu messen. Bei Symptomen, wie etwa Fieber, Abgeschlagenheit, Husten und Nasenausfluss sollte man das erkrankte Pferd von den anderen Tieren separieren und einen Tierarzt hinzurufen.

Friederike Liebscher
Friederike Liebscher Redaktion Oldenburg
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