Berne - Gerade hat sie ein Eis in der Hand, da fehlt auf dem Springplatz jemand zum Stangenauflegen. Klar, dass Alke Rowehl nicht zögert und anpackt, wenn Not am Mann ist – genau wie die meisten der anderen Mitglieder. Denn beim großen Himmelfahrtsturnier des Reit- und Fahrvereins Sturmvogel Berne gibt es trotz allerbester Vorbereitungen viele Handschläge, die nicht geplant sind. „Aber man weiß, wofür man es macht“, ist die Pressewartin zufrieden.
Beste Bedingungen
In diesem Jahr ist das traditionelle Turnier besonders gelungen, denn die Bedingungen für den Reitsport sind absolut optimal: Bestes, nicht zu heißes Wetter, ein im letzten Herbst mit viel Aufwand aufbereiteter Rasen auf dem Springplatz, ein ganz frisch fertiggestellter Sandplatz zum Warmreiten und erstmals eine Terrasse vor dem Verpflegungszelt, von der aus man einen sonnig-entspannten Ausblick auf das Turniergeschehen hat.
15 Arbeitsstunden hat jedes Mitglied ab dem 14. Lebensjahr jährlich zu leisten. Und die Möglichkeiten, dieses auf einer der vielen Veranstaltungen zu tun, sind vielfältig. Besonders beliebt bei den jungen Reiterinnen sind beim Himmelfahrtsturnier das Notieren der Ergebnisse auf einer der drei Tafeln oder das Stangenauflegen. „Da ist man auf dem Springplatz mitten im Geschehen“, so die Erfahrung von Alke Rowehl.
Paula Klose ist eine von diesen Helferinnen. Eigentlich notiert sie die Ergebnisse an der Halle. Doch während der Pause greift die junge Frau, die schon seit zehn Jahren reitet, ganz selbstverständlich zum Besen, um den neuen Warmreitplatz sauber zu halten.
„Ein großes Lob haben aber auch all die fleißigen Helfer hinter den Kulissen verdient, die teilweise schon um sechs Uhr morgens mit dem Brötchenschmieren oder Kaffeekochen beginnen. Schließlich müssen auch die ganz frühen Starter versorgt werden“, betont die Pressewartin, die froh ist, dass all die vielen Aufgaben vor, während und nach dem Turnier auf so viele Schultern verteilt werden können. Ganz besonders freut sie sich bei der Ausübung ihres Ehrenamtes über die Unterstützung der Vereinskameraden, die sie immer wieder mit frischen Fotos versorgen, denn schließlich kann selbst eine noch so engagierte Pressewartin nicht überall sein.
Britisches Vorbild
Sehr gut an kam der Himmelfahrtstag, an dem mit schickem Hut nach englischem Vorbild neben den Pferdefreunden auch viele Menschen aus der Nachbarschaft ohne tierischen Hintergrund aufs Reithallengelände kamen. Während 1200 Nennungen in diesem Jahr überaus erfreulich waren, sei es allerdings wieder bedauerlich gewesen, dass einige der Gemeldeten nicht gekommen seien. „Das ist leider auf den meisten Turnieren so. Schade ist, dass diese Leute anderen den Platz wegnehmen und zusätzliche Wartezeiten entstehen“, so die Erfahrung von Alke Rowehl, der das Turnier wieder viel Spaß machte.
