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NWZonline.de Sport

Mixed-Staffel zum WM-Auftakt "Nicht zufrieden"

13.02.2020

Antholz (dpa) - Den verpatzten WM-Start nahm Denise Herrmann gänzlich auf ihre Kappe. Doch nach der Entschuldigung an die Teamkollegen gab sich die große deutsche Medaillenhoffnung gleich wieder kämpferisch.

"Jetzt den Kopf in den Sand zu stecken, wäre die falsche Devise. Man muss dieses Rennen abhaken und nach vorne schauen", sagte die 31-Jährige, nachdem sie durch ihre Strafrunde den angestrebten Medaillengewinn zum Auftakt der Biathlon-WM im italienischen Antholz in der Mixed-Staffel vermasselt hatte. Nicht mal 24 Stunden hat sie nun Zeit, das Malheur abzuhaken, um im Sprint am folgenden Tag (14.45/ZDF und Eurosport) als Mitfavoritin erneut anzugreifen.

Weil die 31-Jährige 150 Meter extra laufen musste und am Ende insgesamt elf Nachlader zu Buche standen, reichte es für Franziska Preuß, Herrmann, Arnd Peiffer und Benedikt Doll hinter den siegreichen Norwegern, Italien und Tschechien nur für Platz vier. "Mir tut es natürlich leid. Wenn man es für sich alleine verkackt, muss man selber damit fertig werden. Aber heute zieht man ja die anderen mit rein", sagte Herrmann, die als einzige im deutschen Quartett in die Strafrunde musste.

Nachdem im Vorjahr Mixed-Silber zum Auftakt rausgesprungen war, sollte auch im Südtiroler Biathlon-Mekka das klare Ziel eine Medaille sein. Doch auch wenn der Rückstand auf Tschechien nur 18,4 Sekunden betrug, hatte Doll am Ende keine wirkliche Chance auf Bronze. "Wir hatten immer so eine kleine Hypothek dabei und die vorne haben sich keine Fehler erlaubt", sagte der Schwarzwälder.

Mit einer Auftaktmedaille wäre vielleicht der immer wieder beschworene Flow entstanden, an dessen Ende im Vorjahr zweimal WM-Gold durch Herrmann und Peiffer sowie insgesamt sieben Medaillen gestanden hatten. Aber auch ohne Mixed-Plakette heißt die Devise: Jetzt erst recht. "Natürlich sind wir enttäuscht, aber das ist kein Weltuntergang", sagte Peiffer. Auch Doll ist optimistisch: "Wir brauchen uns nicht verstecken, wir haben noch genug Chancen."

Als Mitfavoriten gehandelt, war aber schon bei Startläuferin Preuß am Schießstand "der Wurm drin". Dabei war die 25-Jährige mit drei Nachladern davongekommen, die Französin Julia Simon musste schon nach dem ersten Schießen dieser Weltmeisterschaft in die Strafrunde. Eines der Favoriten-Teams hatte sich damit schon früh aus dem Medaillen-Kampf verabschiedet und wurde am Ende Siebter.

Weit hinter Topfavorit Norwegen hatte sich Herrmann als Elfte auf den Weg gemacht. Die ehemalige Langläuferin blieb im Liegendanschlag zunächst fehlerfrei, kam sogar in der Spitzengruppe zum Stehendschießen. Doch da ging für die 31-Jährige nicht mehr viel. Obwohl die Bedingungen absolut beherrschbar waren, wie sie zugab. "Es haben stehend zwar alle Federn gelassen. Aber man muss es schaffen, nicht in die Strafrunde zu gehen", sagte sie selbstkritisch.

Da auch Olympiasieger Peiffer am Schießstand Probleme bekam und die zweite Strafrunde gerade so verhinderte, konnte Doll nichts mehr ausrichten. "Ich wusste schon beim Stehendanschlag, dass die Sache geritzt war. Auf Platz drei wäre es wirklich sehr schwer geworden."

Für Herrmann geht es nun darum, die Enttäuschung zu verarbeiten und sich mit einem Top-Ergebnis im Sprint auch eine gute Ausgangsposition für die Mission Titelverteidigung in der Verfolgung zu erarbeiten. Denn nach dem Rücktritt von Ausnahmekönnerin Laura Dahlmeier fokussiert sich alles auf die Sächsin, auch wenn in Preuß, Vanessa Hinz, Janina Hettich und Karolin Horchler noch vier weitere deutsche Skijägerinnen über die 7,5 Kilometer dabei sind.

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