BIELEFELD - „Durchhalten – du schaffst das – ein bisschen geht noch!“ Mit persönlichem Zuspruch treiben Fitnesstrainer Sportler zu Höchstleistungen. Wissenschaftler der Universität Bielefeld untersuchen, ob das auch funktioniert, wenn ein Roboter die Sportler anfeuert.
„Das machst Du gut. Noch 200 Meter und Du hast es geschafft.“ Zugegeben, Flobis Stimme klingt monoton. Aber nach sieben geradelten Kilometern mit zwei Bergetappen und einem Puls von 175 ist das egal. Die Worte des Roboter-Kopfes mit dem blauen Pagenschnitt, den großen Kulleraugen, Schmollmund und winziger Stupsnase geben die entscheidende Motivation für die letzten Höhenmeter.
„Menschen neigen dazu, Robotern menschliche Eigenschaften zuzuschreiben“, sagt Professor Franz Kummert von der Universität Bielefeld. Eine Tendenz, die sich Kummert und sein Team zunutze machen bei der Entwicklung ihres Trainings-Roboters, der in einer Kombination aus Labor und Fitness-Raum der Technischen Fakultät steht und schon zahlreiche Probanden beim Zehn-Kilometer-Dauerradeln betreut hat.
Die notwendige Technik – kleine Kameras und Lautsprecher, winzige Elektromotoren und Prozessoren – haben die Wissenschaftler in einen puppenhaft-sympathischen Kopf aus Kunststoff gesteckt.
Viel Aufwand für eine technische Spielerei, könnte man meinen. Doch das Projekt hat einen ernsten Hintergrund: „Flobi“ soll nicht den Trainer im Fitness-Studio nebenan ersetzen, sondern Astronauten im Weltall auf Trab bringen. Die verlieren in der Schwerelosigkeit Muskelkraft und Ausdauer und müssen deshalb täglich zwei Stunden trainieren, um fit und gesund zu bleiben. Bis die Figur einsatzbereit ist, muss sie aber noch einiges lernen – schließlich ist „Flobi“ die Erste ihrer Art und noch längst nicht am Ende ihrer Entwicklung.
