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NWZonline.de Sport

Skispringen: Dieser Mann dominiert die Lüfte

07.01.2020

Bischofshofen Der furiose Karl Geiger und Skisprung-König Dawid Kubacki lagen sich sofort in den Armen. Nach einer überragenden Vierschanzentournee samt finaler Flugshow hat sich Deutschlands Nummer eins nur dem neuen Champion aus Polen sowie dem Norweger Marius Lindvik geschlagen geben müssen. „Ich bin definitiv zufrieden, speziell mit dem Karl. Er ist eine super Tournee gesprungen und ist super in Form gekommen. Mit dem dritten Gesamtrang kann man sich wirklich sehen lassen. Das ist super für den Karl“, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher.

Während die polnischen Springer ihren Kollegen Kubacki auf Schultern durchs Stadion trugen, blieb auch bei Geiger ausgelassene Freude und Stolz über zehn herausragende Tage. „Heute war es echt wieder fein und das macht mich wirklich glücklich“, sagte der 26-Jährige. Er hatte es nach Versuchen auf 140 und 136 Meter am Montag zum dritten Mal bei dieser Tournee auf Tagesrang zwei geschafft und damit seinen Podestplatz gegen Titelverteidiger Ryoyu Kobayashi (135,5 und 138 Meter) verteidigt. Der Japaner musste sich mit Gesamtrang vier begnügen. „Der Karl hat es souverän gemacht. Er ist perfekt gesprungen. Er hat seine Sachen sortiert und sein zweiter Platz heute ist sensationell“, lobte Markus Eisenbichler seinen Zimmerkollegen Geiger.

Den Tournee-Sieg sicherte sich erstmals der polnische Weltmeister Kubacki, der sich als dritter Pole nach Adam Malysz und Kamil Stoch beim Traditionsevent krönte. „Dawid ist super gesprungen. Man kann ihm nur gratulieren, er hat das super gemacht. Ich gratuliere ihm recht herzlich“, sagte sein Ex-Coach Horngacher.

Der 29-jährige Blondschopf sprang vor 15 000 Zuschauern auf der Paul-Außerleitner-Schanze mit Versuchen auf 143 und 140,5 Meter zum Sieg. „Es war ein harter Tag, ich habe hart gearbeitet, um mich auf meine Sachen zu konzentrieren. Ich bin unglaublich froh, dass ich ruhig geblieben bin“, sagte der Sieger. Für Kubacki, der auf den Stationen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen die Ränge drei, drei, zwei und eins belegte, ist es einer der größten Erfolge seiner Karriere. Norwegens Debütant Lindvik veredelte seine zwei Tagessiege mit Gesamtrang zwei, nachdem er in Bischofshofen Dritter wurde.

Für die Deutschen geht damit eine beeindruckende Podestserie bei der Vierschanzentournee weiter. Im Vorjahr hatten Markus Eisenbichler (2.) und Stephan Leyhe (3.) das Podium neben Kobayashi komplettiert. 2017/2018 schaffte es Andreas Wellinger als Zweiter auf das Gesamtpodest – wie auch Team-Olympiasieger Severin Freund im Januar 2016.

Eine so enge Konstellation zwischen gleich vier Tournee-Anwärtern wie diesmal hatte es zuvor in den vergangenen zwei Jahrzehnten nie gegeben. Kubacki führte vor Lindvik, Geiger und Kobayashi, doch auf der riesigen Anlage im Pongau hatte jeder der vier Springer noch realistische Chancen auf die Siegerprämie von 20 000 Schweizer Franken und den goldenen Adler. Und das Finale wurde noch einmal zu einer spektakulären Flugshow. Geiger, der nach verpatzter Quali „ohne Druck“ unterwegs war, legte mit 140 Metern furios vor und brachte damit auch die Rivalen in Bedrängnis. Doch nur wenige Minuten später konterte Kubacki mit 143 Metern und tastete sich damit sogar an seinen eigenen Schanzenrekord heran. Vor dem letzten von acht Sprüngen betrug sein Polster 14,2 Punkte, was etwa acht Metern entspricht.

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