BLEXEN - Mit dem Turnen fing alles an – damals vor 100 Jahren. Inzwischen sind viele Sportarten dazu gekommen: von Aqua-Fitness bis Taekwondo, von Nordic Walking bis Triathlon. Der Blexer Turnerbund ist ein moderner Verein. Aber er ist auch traditionsbewusst. Dass sich das nicht ausschließt, wurde am Sonnabend beim Jubiläumsempfang in der Gaststätte „Zur alten Eiche“ deutlich. Mehr als 100 Gäste, darunter Politiker, Verbandsvertreter, Freunde aus anderen Vereinen und natürlich viele Mitglieder, feierten den BTB. Unter der blauen Vereinsfahne, einem Relikt aus den Anfängen der BTB-Geschichte, gab es Vorführungen, die all das widerspiegeln, was einen modernen, offenen und traditionsbewussten Verein auszeichnet. Taekwondo-Sportler ließen mit asiatischer Kampftechnik Bretter zerbersten, die Turnmädchen zeigten Rollen und Räder, und die Frauen der Montagsgruppe präsentierten einen flotten Tanz.

Vorsitzender Edlef Jessen stellte in seiner Begrüßung einige Sportler und Mannschaften heraus, die den BTB über die Grenzen der Stadt bekannt gemacht haben. Er erinnerte unter anderem an den 100-Meter-Läufer Kurt Grube, an die Bundesliga-Faustballer, an die Tischtennis-Herren-Mannschaft, die seit vielen Jahren führend in der Wesermarsch ist. Nach seinen Worten sind die Trainer und Übungsleiter die Seele des Vereins. „Wir sind froh, dass wir immer wieder junge Leute finden, die sich für andere einsetzen“, sagte Jessen. Der Vorsitzende erklärte zudem, woraus er und seine vielen Mitstreiter ihre Motivation schöpfen: „In jungen Jahren haben wir viel vom Verein bekommen, und das möchten wir nun zurückgeben.“

Landrat Michael Höbrink schloss sich diesen Worten an. Er bezeichnete die Sportvereine als den „sozialen Kitt in der Gesellschaft.“ Auch der stellvertretende Bürgermeister Ulf Riegel stellte die Werte heraus, die der Verein verkörpert: Gemeinsinn und Kameradschaft. „Der BTB“, so Riegel, „ist ein Aushängeschild der Stadt.“

„Der Sportverein – ein kommunikatives Element in unserer Gesellschaft“ – dieses Thema stellte der Kreissportbundvorsitzende und Vizepräsident des niedersächsischen Turnerbundes, Rolf Harms, in den Mittelpunkt seiner Festrede. „Der Verein ist ein Treffpunkt. Man redet miteinander, hört einander zu, man feiert gemeinsam. Man gibt Vertrauen und bekommt Unterstützung.“ Es sei genau diese Qualität, die kommerzielle Anbieter nicht erreichen könnten: „Sie bieten lediglich Muskelbewegung und Schönheitskult gegen Bares.“

Der Blexer TB, so Harms, erreiche alle, auch diejenigen, die oftmals ausgegrenzt werden. „Nirgendwo sonst ist es gelungen, Ausländer so reibungslos in die Gesellschaft zu integrieren wie im Sportverein.“ Sportvereine seien offen für alle: für Alt und Jung, Frauen und Männer, Leistungsstarke und Leistungsschwache. Harms appellierte deshalb an die Politik, die Sportvereine zu unterstützen: „Die sozialen Angebote unser Vereine sind nicht zu ersetzen.“

Nicht zu ersetzen ist aus der Sicht des BTB auch das Nordbad in Einswarden. Wie die NWZ berichtete steht die geplante Sanierung der Schwimmhalle wegen der finanziellen Probleme der Stadt erneut auf dem Prüfstand. „Es ist bedrückend, dass wir nicht in der Lage sind, das zu erhalten, was Generationen vor uns erschaffen haben“, sagte Jessen. Und in diesem Punkt bekam er Rückendeckung von Landrat Michael Höbrink: Es könne nicht sein, dass solche Werte einfach verkommen, sagte er. Ulf Riegel warb um Verständnis für die Finanznöte der Stadt. Er sagte aber auch zu, sich für die Sanierung einzusetzen.