BOCKHORN/ELSFLETH - Der ETB war bis neun Minuten vor Schluss auf direktem Wege zum Erfolg. Danach war das Gehäuse der Gastgeber wie vernagelt.
von tobias göttler
BOCKHORN/ELSFLETH - Das Hinspiel gegen die HSG Neuenburg/Bockhorn hatte der Elsflether TB mit 19:27 verloren. Am Sonnabend im Rückspiel zog der Nordseeligist aus der Wesermarsch mit 21:26-Toren den Kürzeren. Aus acht Toren Differenz wurden fünf. Klingt im ersten Moment gut, ist angesichts einer 21:17-Führung neun Minuten vor dem Ende aber auch nicht gerade tröstlich für die von Patrick Tulikowski trainierten Handballerinnen des ETB.„Wir waren spielerisch die bessere Mannschaft – über 60 Minuten. Haben uns prima in Szene gesetzt. In der Schlussphase aber gingen beim Torwurf bei uns die Lichter aus“, versucht Tulikowski zu erklären, was sich in den neun Minuten vor dem Schlusspfiff in Neuenburg abspielte. Mausetot waren die Gastgeber, meldeten sich aber mit einem sagenhaften 9:0-Endspurt recht eindrucksvoll zurück.
Die Chronologie der Ereignisse: Der ETB hatte sich fest vorgenommen, die Fehler aus dem Hinspiel nicht noch einmal zu begehen. Konkreter gesagt: Der ETB wollte über den Kreis (Vanessa Behrend) und per Gegenstoß deutlich weniger Treffer kassieren. „Wir haben uns vorgenommen, kompakt in der Deckungsmitte zu stehen, damit die HSG zu Aktionen aus dem Rückraum beziehungsweise von Außen gezwungen war. Das hat hervorragend geklappt“, erklärte Tulikowski gestern Abend.
Das Gegenstoßspiel Neuenburgs sollte allein dadurch unterbunden werden, dass vorn geduldig auf die eigenen Möglichkeiten zum Torwurf gewartet werden sollte. Tulikowski: „Auch hier haben wir uns gut angestellt, haben dem Gegner Paroli geboten.“ So verlief der erste Abschnitt bis zum 12:11 für die HSG ausgeglichen.
Nach der Pause vergingen nochmals zehn Minuten, ehe ein Team von dannen ziehen konnte – und das war überraschenderweise nicht der Favorit, sondern Schlusslicht ETB. Von 15:14 (40.) zog Elsfleth innerhalb von zwei Minuten davon. Diesen verdienten Vorsprung (18:14) verteidigte der ETB bis zum besagten 21:17.
„Ich kann mir das nicht erklären. Unser Gegner war leblos. Da wurde untereinander bei der HSG schon mehr rumgezickt als Handball gespielt“, suchte Tulikowski nach Erklärungen. Beim 21:17 scheiterte Mehrtens beim Siebenmeter, später Bleckmann und Schröter von gleicher Stelle. Lammers, Schröter und Bleckmann vergaben zudem jeweils zweimal freistehend. „Wir haben weitere Chancen gehabt, aber nicht genutzt!“
ETB: Speckels; Mehrtens (7/2), Bleckmann (5/1), Matschei (3), Schröter (3), Eggers (2), Lammers (1), Blaschke, Giesers.
Spielstationen: 2:3 (5.), 3:4 (11.), 6:7 (17.), 8:8 (25.), 10:8 (27.), 12:11 (30.), 13:13 (33.), 14:15 (40.), 14:18 (42.), 17:19 (49.), 17:21 (51.), 26:21 (60.).
