BOCKHORN - Der Klootschießer- und Boßelverein „Lat'n sus'n“ Bockhorn feiert am 5. September sein 100-jähriges Bestehen. Auf ganz besondere Weise ist die Familie Junker in die Geschichte des Vereins eingebunden. In ihrer Gaststätte, dem früheren „Landgasthof Junker“, war der Verein gegründet worden. Und diese Familie stellte immer aktive Werfer und Förderer des Friesensports. Reiner Junker zählt unter den Experten zu den besten Werfern, die jemals für den Verein an den Start gegangen sind. Jetzt gehört er zur „Männer IV“-Mannschaft, ist darüber hinaus dritter Vorsitzender, fühlt sich aber doch am wohlsten, wenn er im Hintergrund bleiben kann.
Sein Großvater Reinhard Junker hatte 1908 eine der ältesten Gaststätten Bockhorns am Prophetenhörn von Friedrich Hornbüssel erworben. Er war 1909 Mitbegründer und lange Jahre Vereinswirt des Bockhorner Boßelvereins gewesen. Die nächste Generation, Rudolf und Alma Junker, hatte die Freude, die Feiern zum 50-jährigen Bestehen des Vereins in ihrem Krug ausrichten zu können. Reiner Junker war selbst seit 1974 viele Jahre Vereinswirt – als der Landgasthof geschlossen und das Bild von Alma, genannt „Oma Junker“, von der Wand genommen wurde, hatten gestandene Boßeler wie Harald Uehlken, Heinrich Scheper oder Siggi Martel fast Tränen in den Augen.
Reiner Junker, 22 Jahre Maschinenschlosser bei VFW Fokker und den Nachfolgefirmen, machte weiter in seinem Einsatz für den Verein. Bereits seit 1954 war er als aktiver Werfer dabei. Gut kann er sich an den Gewinn der Hinrichs-Plakette in Schweinebrück in den 50er Jahren erinnern oder an die Freundschaftswettkämpfe um den Junker-Pokal. Herausragend allerdings war das Jahr 1975. „Cassius Clay wurde wieder einmal Box-Weltmeister“, erinnert sich Reiner Junker – und auch er räumte alle Pokale ab, er wurde „1. Sieger im Straßenboßeln mit 329 Metern in drei Würfen, 1. Sieger im Weideboßeln mit 162 Metern in drei Würfen, 1. Sieger im Klootschießen mit 138,40 Metern in drei Würfen".
Heute hat sich Junker das Ziel gesetzt, Schleuderball und Klootschießen zu fördern: „Da ist das Interesse nicht mehr so groß.“ Immer mittwochs trainiert er mit Werfern des Boßelkreises X Friesische Wehde auf dem Sportplatz des Vereins an der Woppenkamper Straße. Reiner Junker hat sich aber längst nicht nur Verdienste ums Boßeln erworben. Im Turnverein Bockhorn kümmert er sich um Sportabzeichen, Ferienpass und Walking-Gruppe. 20 Jahre lang war er Mitglied im Spielmannszug der Feuerwehr. Und bei seinem Haus steht die große Flaggen-Anlage der Marinekameradschaft Bockhorn. Für seinen aktiven Feuerwehrdienst von 1961 bis 1996 erhielt er das Niedersächsische Ehrenzeichen.
Festveranstaltung im „Hotel Hornbüssel“
