Oldenburg - Gemächlich vorbei an Moby Dick, Avanti, Harlie und Schlingel, die am Stau sanft auf dem Wasser schaukeln. Der leichte Dieselgeruch vom Start verfliegt, es bleibt das Tuckern des Motors und dieser besondere Blick: vom Wasser auf die Stadt.

Insgesamt 30 NWZ -Leserinnen und -Leser haben an diesem Sonntagsvormittag abgelegt: Gewinner einer Fahrt mit dem Börteboot, dieser größeren Nussschale, 50 Jahre war sie vor Helgoland im Einsatz, ohne Aufbauten, ohne Dach und Fenster. Damit ist sie auch hervorragend geeignet für das direkte Erlebnis auf dem Wasser in der Stadt.

Matthias Oltmanns (63) war schon überall, schon als Matrose im Panamakanal, dann mit Großem Patent als Kapitän über die Weltmeere: Australien, Neuseeland, Kanada, die ganze Welt. Mit dem Holländer Jan Dinée (68) bildet er heute das Team. Der erfahrene Lotse aus dem Rotterdamer Hafen, der in Delfzijl lebt, steuert das Börteboot erstmal unter der Cäcilienbrücke durch. Oltmanns erklärt dabei, kurz und verständlich: den Hafen, Tidenhub, Nipp- und Springtide, die Einrichtung das Hochwassersperrwerks in Elsfleth und das damit verbundene, weitgehende Ende des herrlichen Schlittschuhlaufens auf den Donnerschweer Wiesen, das Brückenproblem und Oldenburgs einzigen Wohnmobilplatz jenseits des Campingplatzes, kurz vor der Schleuse – aber schlecht ausgestattet, sagt Oltmanns: „Kein Wasser, kein Strom, keine Toilette“.

Das Boot schiebt gemächlich längs des Bootshauses des Oldenburger Yachtclubs (OYC), vorbei an winkenden Kindern, Seglern beim Bier, an „Ida“, „Seebär“ und „St. Pauli“, zum alten Kraftwerk, Fischtreppe und Bootsrampe, und vorbei an Anglern, die hier geduldig auf lebensmüde Aale und Brassen warten.

Die Stimmung an Bord ist prima. „Dieser Blick vom Wasser ist hundertprozentig“, sagt Helmut Steingräber, der die Tour mit seiner Frau Hannelore gewonnen hat. Die Radfahr-Fans suchen das Wasser und meiden die Autos. Steingräber sagt: „Ich war Lkw-Fahrer, Autos habe ich genug gesehen.“

Dann geht es hunteabwärts, begleitet von Möwengeschrei, Rhein-Umschlag, Wasserturm, Rollklappbrücke und Agravis. Oltmanns erklärt, Dinée steuert, die Gäste genießen. „So sieht man das ja normalerweise gar nicht, auch die Autobahnbrücke, die Cäcilienbrücke, das ist echt klasse“, sagt Werner Kwiedor.

Am Ende gibt es noch einen besonders hübschen Blick: auf eine Ente, die es sich mit ihren sieben flauschigen Küken auf einem schwimmenden Neon-Schlau gemütlich gemacht hat: in der ersten Reihe des „Entenrennens“. Ein tolles Bild, auch für Svende, Noah und Niklas, die drei Jüngsten an Bord. „Das finde ich schon echt doll, wie die NWZ  diese Szene organisiert hat“, kommentiert lachend eine Leserin. Zum Abschluss gibt es großen Beifall für die Tour und das Team. „Das machen wir auch noch einmal“, sagt Helmut Steingräber.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg