BöSEL - Fester Stand, durchgedrückter, kerzengerader Rücken, volle Konzentration: Im Schießstand bei den Böseler Bürgerschützen muss man mit allen Sinnen bei der Sache sein. Ansonsten trifft man die gerade mal handtellergroße Zielscheibe, die da in zehn Metern Entfernung an der Wand hängt, nicht.
Die Jugendwarte des Vereins wissen, dass der Schießsport ein anspruchsvoller ist. Dennoch ist es derzeit nicht ganz einfach, Kinder und Jugendliche dafür zu begeistern, Schießen zu lernen. „Uns sind die Kinder abhanden gekommen. Jetzt wollen wir den Neustart schaffen“, sagt Sandra Wienöbst aus der sechsten Kompanie ein. Es habe Terminverschiebungen gegeben, die dem Angebot nicht zuträglich waren. Und seit den Amokläufen mit Jugendlichen seien Eltern misstrauischer und vorsichtiger geworden: „Die Zurückhaltung ist einfach größer geworden.“ Das können die Jugendwarte verstehen. Gerade deshalb wollen sie die Eltern von der Jugendarbeit im Schützenverein überzeugen: „Die Eltern dürfen gerne gucken kommen, wir zeigen Ihnen alles“, so Annika Jöring, Jugendwartin aus der sechsten Kompanie.
Gelegenheit zum Gucken und Kennenlernen bietet sich beim Treffen einer neuen Jugendgruppe, in der Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 16 Jahren für dieses Hobby gewonnen werden sollen. Immer montags in den ungeraden Kalenderwochen trifft sich die Gruppe von 18 bis 19 Uhr in der Schützenhalle in Bösel.
Wer teilnehmen möchte, muss nicht Mitglied bei den Bürgerschützen sein. Unter fachkundiger Anleitung lernen die Teilnehmer das traditionelle Auflageschießen. Neben dem Umgang mit dem Luftgewehr können sich die Teilnehmer auch am Schießen mit einem Lasergewehr versuchen – dabei wird anstelle von Kugeln quasi mit Lichtpunkten geschossen.
„Die Treffen sollen spannend sein. Es wird kleine Wettkämpfe geben, wir werden einen Biathlon oder Glücksschießen organisieren“, erzählt Sandra Wienöbst von den Vorhaben. „Aber auch Aktivitäten gehören dazu. Wir wollen auch mal Eisessen gehen oder ins Kino“, fügt Annika Jöring hinzu. Auch diverse Spielen stehen der Gruppe in der Schützenhalle zur Verfügung.
Grundlage des neuen Jugendangebots soll aber natürlich das Schießen an sich sein. „Der sichere und sachgerechte Umgang mit den Waffen ist wichtig“, so Maria Fennen von der zweiten Kompanie. Sicherheitsmaßnahmen müssen unbedingt eingehalten werden, die Waffenkammer sei immer verschlossen.
Geschossen wird auf Wettkampfscheiben für Luftgewehr – die eben in zehn Metern Entfernung hängen. Das Hobby bringe auch den Kindern viel, finden die Schützinnen. Die Körperbeherrschung werde optimiert und vor allem die Konzentrationsfähigkeit werde geschult. „Man muss beim Schießen komplett abschalten können. Die Kinder lernen, Geduld zu haben“, findet Jöring. Außerdem hätten die Schützen immer ein direktes Erfolgserlebnis, wodurch auch der sportliche Ehrgeiz geweckt werde.
Zu den Jugendwarten im Verein gehören neben Sandra Wienöbst, Annika Jöring und Maria Fennen auch Hannelore Schrandt (vierte Kompanie), Erik Rohlfer (siebte Kompanie) und Kristina Skazcylas (dritte Kompanie).
Wer sich für die Jungschützen und das neue Angebot interessiert, kann einfach bei einem der Montagstreffen vorbei schauen oder sich telefonisch unter Telefon 0173/6258693 melden.
