BöSEL. - Der Gehorsam der Tiere steht im Vordergrund der methodischen Ausbildung. Nur die Vierbeiner, die die Prüfungen korrekt bestehen, eignen sich auch als Jagdhund.

Von Wilfried Leser

BÖSEL. - Seit einiger Zeit treffen sich einmal wöchentlich Mitglieder des Hegerings Bösel mit ihren Hunden zu einem Vorbereitungslehrgang für die Brauchbarkeitsprüfung. Gleichzeitig gilt dieser Kurs als „Herbstzuchtprüfung“, dass heißt, es soll hier festgestellt werden, ob der Hund sich auch zur Zucht als Jagdhund eignet.

Der Hegering Bösel legt großen Wert auf die Jagdhundausbildung. Nicht ohne Grund, denn eine alte Jägerweisheit sagt: „Eine Jagd ohne Hund ist Schund“. Zwölf Jäger kommen mit ihren Hunden (Deutsche Langhaar, Deutsche Kurzhaar, kleine und große Münsterländer) bei der Florianhütte wöchentlich zusammen.

Die Leitung der Ausbildung hat der Hundeobmann des Hegerings Bösel, Enno Ockenga, übernommen, der seit drei Jahren dieses Amt ausübt. Theorie und Praxis sind an diesen Abenden gefragt, natürlich stehen dann im Laufe der Woche noch viele Übungsstunden zu Hause mit dem Hund auf dem Programm.

„Der Gehorsam des Hundes ist wichtig, der Gehorsam und das Bringen steht im Vordergrund“, unterstreicht Ockenga. So genießen auch im ersten großen Ausbildungsabschnitt „Gehorsam“ und das „Bringen“ (Apportieren) Priorität.

Der Übungsabend beginnt damit, dass die Jäger sich mit ihren Hunden der Reihe nach aufstellen, damit sich die Hunde untereinander kennen lernen. Ziel ist dabei, dass sie sich nicht gegenseitig ablenken oder gar miteinander spielen. Dann wird das bei „Fuß laufen“ gelehrt. Der Hund soll neben dem Jäger laufen. Bekommt er den Befehl, sich hinzulegen, dann soll er diesen Befehl befolgen. Wichtig ist es dann, das er auch liegen bleibt und die Jagd nicht stört. Auch wenn der Jäger über seinen Hund steigt, hat dieser sich ruhig zu verhalten und liegen zu bleiben.

Eine weitere wichtige Aufgabe des Jagdhundes wird an diesem Abend geübt. Der soll dem Jäger das erlegte Wild bringen. Dazu wird das „Apportieren“ mit einfachen Gegenständen geübt. Diese Dinge werden ausgelegt, der Hund bekommt dann den Befehl, ihn zu holen. Am Anfang klappt es bei einigen Hunden schon ganz gut. Bei anderen noch nicht, die sich von einem anderen Hund ablenken lässt und sich auf ein Spiel mit ihm einlassen oder ein Bad im nahe gelegenen See vorziehen.

Noch stehen einige Übungsabende an. Schwerpunkte werden dann noch unter anderem die Wasserarbeit, die Schweißarbeit oder das Verhalten des Hundes beim Schuss sein. Im August ist es dann endlich so weit, dann steht für die Hunde die Prüfung an. Bis dahin wird noch fleißig geübt.

Und wenn alles gut läuft, dann können die Hunde rechtzeitig zu Beginn der neuen Jagdsaison im kommenden Herbst ihren Aufgaben nachkommen.