BöSEL - Wenn die Sonne in den Laden von Andre Lange an der Bahnhofsstraße scheint, funkelt es überall. In „Andres Pokalstudio“ sind die Wände voller goldener und silbener Pokale, glänzender Medaillen und Silberteller. Der 34-Jährige hat massenweise vorrätig, wonach sich jeder Sportler sehnt. Seit November 2007 verkauft Andre Lange Pokale, Orden und Ehrenpreise an der Bahnhofsstraße.

Am anderen Ende der Bahnhofstraße hat Ludger Oltman (50) den Weg in die Selbstständigkeit gefunden. Ludger Oltmann – genannt „Quakie“ – betreibt die gleichnamige Kneipe an der Ecke zur Thüler Straße. Vor wenigen Tagen feierte er das einjährige Bestehen seiner Kneipe. Besonders die Nachbarn an der Bahnhofstraße seien zu jeder Zeit nett und hilfsbereit. Außerdem sei „die Bahnhofstraße doch eigentlich die Hauptstraße in Bösel“. Daher wünsche er sich auch wieder mehr Gewerbe vor Ort. Ganz ähnlich sieht das Andre Lange: „Die Nachbarschaft ist super. Man hat mich nie spüren lassen, dass ich nicht aus Bösel komme.“ Die Entscheidung, sich an der Bahnhofstraße selbstständig zu machen, hat

er nie bereut.

Der Juwelier Heinz Brinkmann riet Andre Lange zur Existenzgründung. Vorher gab es die Pokale bei Brinkmann zu kaufen. Doch die Arbeit nahm Überhand, Brinkmann wollte den Geschäftsbereich ausgliedern. „Meine erste Antwort war: ,Nee, lass mich mal damit in Ruhe‘“, erinnert sich Andre Lange. Nach einigen Wochen sagte er dann doch zu. „Ich wollte nicht zu Hause rumsitzen“, so Lange, der damals gerade seine Anstellung bei einem Pokalhändler in Edewecht verloren hatte.

Nun fährt der gelernte Kfz-Mechaniker seit Ende 2007 täglich von Westerstede nach Bösel. Von seinem Böseler Laden aus beliefert er Kunden über die Grenzen des Nordkreises hinaus. Ein Hundeverein aus Wolfenbüttel und der Mittelbadische Rassehunde Club bestellen regelmäßig bis zu 200 Pokale bei ihm, erzählt Lange. Daneben beliefert er auch Vereine aus der Region, etwa die Fußballer des SV Bösel sowie Schützenvereine und Motorradklubs.

Quakies Kundschaft hingenen kommt überwiegend aus Bösel.Ist die Fußball-Nationalmannschaft unterwegs, gibt es bei ihm die Spiele zu sehen. Manch einer mag Quakie noch aus Zeiten der „Melone“ kennen: Ende der 70er Jahre war er häufiger dort. Dabei übte er schon damals den Seitenwechsel und bewirtete die Böseler Gäste. Den Spitznamen habe er sich bei Erwin Höffmann eingehandelt – weil er gerne und viel redet. Gemeinsam mit Höffmann hatte er ab 1969 über einen Zeitraum von 27 Jahren im Fanfarenzug bzw. in der Big Band Bösel musiziert.