BöSEL - „Man macht drei Schritte, die länger werden, nach dem letzten wirft man dann die Kugel“, erklärt Markus Lüken. „Es herrscht Gassenzwang. Auf dieser Bahn muss man auf der rechten Seite spielen, auf der nächsten Bahn dann auf der linken.“ Lüken spricht über das Kegeln. Genauer gesagt: Sportkegeln. Denn was für viele ein Hobby ist, oft feucht-fröhlich, ist auf den Kegelbahnen des Gasthauses Sommer in Bösel ein ernstzunehmender Leistungssport – zumindest am Donnerstagabend. Dann trainiert dort der Sportkeglerverein Bösel (SKV). Seit 1968 gibt es Bösel das Sportkegeln. Erst in dem Club „Scharfe Kante“, ab 1984 im SKV.

Seit 1968 ist Karl Albers dabei. Er ist Sportwart des Vereins und erzählt, dass der Sport tatsächlich sehr anstrengend sei. „200 Würfe an einem Trainingsabend entsprechen der Anstrengung eines 5000-Meterlaufes.“

„Ich stehe allein auf der Bahn, muss die Kugel nehmen und sehen, dass ich einen guten Wurf schaffe“, beschreibt Andreas Preuth die Anspannung beim Spiel. „Das ist nicht so wie beim Fußball, wo ich den Ball abgeben kann, wenn ich nicht mehr weiter weiß.“ Jeder Wurf gehe gleichzeitig voll in die Mannschaftswertung ein. Das fördere die Kameradschaft, „da man sich gegenseitig herausreißen muss“, erklärt der 36-Jährige, der den Sport mit zwölf Jahren begonnen hat und zwei Jahre später bei den Deutschen Meisterschaften dabei war.

Auf die sportliche Bilanz seines Vereins ist Albers stolz. Vor zwei Jahren haben die vier Mitglieder der ersten Mannschaft mit einer perfekten Saison, in der sie jedes der 33 Spiele gewannen, den Aufstieg in die Verbandsliga geschafft, die dritthöchste Ebene. Albers ist sich sicher: „Und sie haben gute Chancen, in die Zweite Liga aufzusteigen.“

Ein Vereinskamerad wirft fleißig Kugeln auf die Bahn und viele Kegel („Holz“) um. „Das ist Horst Butz, unser ältester Aktiver“, sagt Albers. Butz ist 70 Jahre alt, Albers 68. Es sei schön am Sportkegeln, dass man es auch im Alter ernsthaft betreiben könne, meinen die Kegler. Das sei anders als beim Fußball, wo mit Mitte 30 Schluss sei.

Das Problem des Sports ist eher die junge Generation. Es fehlt Nachwuchs. Das trifft zwar nicht auf den SKV zu, der 32 Mitglieder hat, davon etwa die Hälfte minderjährig. Aber den Böselern könnten die Gegner abhanden kommen. Einige andere Vereine haben in den vergangenen Jahren dicht gemacht.