Oldenburg - Mit stolz geschwellter Brust kann der VfB Oldenburg an diesem Mittwoch zum Punktspiel beim VfB Lübeck (Anstoß 14 Uhr) antreten. Der Regionalliga-Aufsteiger ist seit sechs Spielen ungeschlagen und weist aus diesen Begegnungen mit 9:2 Toren eine beachtliche Torbilanz auf.

Trainer Andreas Boll hat sich den Gegner bei dessen 0:2-Niederlage in Goslar am vergangenen Wochenende angesehen und war dabei von der VfB-Defensive beeindruckt. „Die stehen richtig gut, lassen nur wenig Chancen zu, und da werden wir uns etwas einfallen lassen müssen, um zu Toren zu kommen.“

In der Offensive der Lübecker hat Oldenburgs Trainer allerdings Schwächen entdeckt: „Es läuft im Angriff zurzeit nicht so rund wie gewünscht.“ Aber dennoch ist der Trainer gewarnt. „Die Lübecker stehen im Stadion an der Lohmühle unter Druck. Die müssen punkten, um aus dem Tabellenkeller zu kommen.“

Und Andreas Boll ist sich sicher, dass seine Mannschaft in diesem traditionsreichen Derby ein „heißer Tanz“ erwarten wird. Dennoch ist der VfB nicht gewillt, die Punkte freiwillig in Schleswig-Holstein zu lassen. Auch wenn in Claude-Roland Videgla (ein Spiel Sperre nach Roter Karte) und Paul van Humbeeck (Oberschenkelverletzung) zwei wichtige Leistungsträger fehlen werden, dürfte das Team aufgrund des ausgeglichenen Kaders nicht chancenlos sein.

Nach drei Spielen ohne Niederlage konnte sich der VfB Lübeck zwar vom letzten Platz absetzen, musste aber eine 0:2-Pleite beim Aufsteiger Goslarer SC hinnehmen. Und das, obwohl die Mannschaft von Trainer Ramazan Yildirim fast 70 Minuten lang in Überzahl spielte.

Das große Manko beim Traditionsverein aus Schleswig-Holstein ist die Chancenverwertung. In den bisherigen acht Partien erzielte das Team drei Tore. Gegen Oldenburg soll das im Stadion an der Lohmühle allerdings anders werden. Der Verein hofft auf einen starken Zuschauerzuspruch, denn der Club lädt zu einem großen Familienfest rund um das Stadion ein. Der Vorstand und die Fans hoffen, dass dieses Rahmenprogramm die Mannschaft beflügeln und den zweiten Heimsieg bescheren wird.

Dennoch drücken den VfB Lübeck derzeit noch ganz andere Sorgen. Dem Verein steht das Wasser bis zum Hals. Und das nicht nur in sportlicher Hinsicht. Eine Schuldenlast von rund 700 000 Euro und eine Insolvenz liegen in der Luft. Vorstand und Aufsichtsrat sind in diesen Tagen hektisch bemüht, eine Lösung zu finden. Am 29. Oktober findet die Jahreshauptversammlung statt, und da wird sich der Vorstand erklären müssen.