Oldenburg - Im April war er der einzige VfB-Spieler, der gegen den SV Wilhelmshaven richtig mithalten konnte – viereinhalb Monate nach dem deftigen 0:5 im Viertelfinale des NFV-Pokals fehlt Claude-Roland Videgla an diesem Mittwoch (18.15 Uhr, Marschwegstadion, Kassenöffnung um 15.30 Uhr) beim erneuten Kräftemessen mit dem Rivalen von der Jade. Nachdem sich der defensive Mittelfeldakteur im Spiel in der Fußball-Regionalliga beim Hamburger SV II (2:2) einen Mittelhandbruch zugezogen hat, muss VfB-Trainer Andreas Boll sein Team für das Achtelfinal-Spiel gegen den SVW umbauen.

„Ganz klar ein großer Verlust – er ist ein Leistungsträger und fehlt Minimum vier Wochen“, sagt Boll über Videgla, der sich nach einer Bänderverletzung zuletzt wieder herangekämpft hatte. Mögliche Alternativen für die Position neben Daniel Bauer im defensiven Mittelfeld sind nun dessen Bruder Tobias Bauer sowie Mustafa Azadzoy, Mohamed Aidara und Marius Winkelmann. Ob es eventuell eine Systemänderung gibt, wird sich zeigen.

Ein Kandidat für die „Sechs“ wäre auch Christian Thölking, der im Frühjahr zumeist neben Videgla im Mittelfeld aktiv war. Dass Boll die Innenverteidigung mit Thölking und Daniel Halke auseinanderreißt und dafür Peer Wegener ins Abwehrzentrum beordert, ist aber wohl unwahrscheinlich. „Möglich wäre das, aber ich denke nicht, dass wir das machen“, sagt Boll, will sich aber noch nicht in die Karten schauen lassen: „Ich warte die letzten Eindrücke ab.“

Tim Petersen ist derweil noch keine Alternative für die Innenverteidigung. Bei Alexander Baal sei noch nicht sicher, ob es schon zu einem Platz auf der Bank gegen den SVW reicht, der in der Regionalliga mit drei Punkten aus zwei Spielen aktuell knapp vor den Oldenburgern (zwei Punkte/drei Spiele) steht.

„Wilhelmshaven hat eine gute Ordnung, spielt sehr diszipliniert und ist aufgrund der vielen groß gewachsenen Spieler vor allem bei Standardsituationen sehr gefährlich“, sagt Boll und zeigt insbesondere vor den sportlichen Qualitäten von Fousseni Alassani (zuletzt FC St. Pauli II) großen Respekt.

Der VfB-Coach sieht auf seine Mannschaft „ein Spiel auf Augenhöhe“ zukommen. Der SVW sei in der Pokallotterie zwar „einen Tick mehr“ der Favorit, aber „wir wollen uns für die heftige Schlappe im Frühjahr revanchieren“ – trotz Videglas Ausfall.

Jan-Karsten zur Brügge
Jan-Karsten zur Brügge Sportredaktion