London - Wie große Jungs hüpften die beiden Superstars noch einmal aufs Siegerpodest, machten Mätzchen und ließen sich von den 80 000 Fans feiern. Zusammen fünf Olympiasiege in acht Tagen – für eine Handvoll Gold gab’s die Abschiedsparty von „Bo & Mo“: Bevor die Lichter in London ausgingen, legten sich Sprint-König Usain Bolt und Langlauf-Held Mo Farah am Sonnabendabend noch einmal mächtig ins Zeug. Der Jamaikaner imitierte den „Mobot“ des schmächtigen Briten – die Unterarme über dem Kopf zu einem „M“ angewinkelt. Und Farah gab den berühmten „Bogenschützen“ perfekt, das Markenzeichen des schnellsten Manns der Welt.

Farah hatte am Sonnabend das olympische Double über die Langstrecke geschafft. Nach dem 10 000-Meter-Sieg gewann er auch die 5000 Meter – es war der erste britische Erfolg über diese Distanz in der Olympia-Geschichte.

Bolt war nach Gold über 100 und 200 Meter auch mit der Staffel über 4 x 100 Meter nicht zu stoppen. Nach 36,84 Sekunden stürmte Schlussläufer Bolt ins Ziel – der Weltrekord der Jamaikaner war gleich um zwei Zehntelsekunden verbessert. Einen weiteren Erfolg feierte der 25-Jährige nach dem Rennen: Bolt wollte den Staffelstab der Jamaikaner als persönliches Souvenir behalten, musste das glänzende Objekt aber zunächst wieder abgeben. Nach minutenlangen Diskussionen mit den Kampfrichtern bekam er den Stab wieder.

Derweil sorgte ein anderer Weltrekord für Verwunderung. Nachdem die US-amerikanische Sprint-Staffel der Frauen am Freitagabend über 4 x 100 Meter den 27 Jahre alten Weltrekord der DDR-Staffel pulverisiert hatte, zeigte sich Ex-Sprinterin Ines Geipel perplex: „Ein hochgedopter DDR-Weltrekord, einfach ausgelöscht – es tut mir leid, aber so eine Leistung ist ohne Chemie definitiv nicht möglich“, sagte die 52-Jährige.

Ines Geipel ist Doping-Opfer des DDR-Systems. Am 2. Juni 1984 stellte sie gemeinsam mit Bärbel Wöckel, Ingrid Auerswald und Marlies Göhr – das Quartett bildete die Staffel des SC Motor Jena – in Erfurt einen Vereinsweltrekord auf: 42,20 Sekunden. Zu diesem Zeitpunkt waren alle vier Läuferinnen mit dem Anabolikum Oral-Turinabol gedopt. Der Nachweis wurde nach der Wende erbracht.

Knapp anderthalb Jahre später schrieben Göhr und Auerswald gemeinsam mit Silke Gladisch und Sabine Günther in Canberra Sportgeschichte, als sie in 41,37 Sekunden Weltrekord liefen. Am Freitagabend leuchteten nach dem Rennen von Tianna Madison, Allyson Felix, Bianca Knight und Carmelita Jeter 40,82 Sekunden auf der Anzeigetafel auf.