BONN - Er zappelte, wirbelte an der Außenlinie hin und her, schlug die Hände vor sein Gesicht, trieb seine Spieler nach vorne und lächelte am Ende zufrieden. Predrag Krunic, Bundesliga-Trainer der EWE Baskets, hat am Sonntag an alter Wirkungsstätte Bonn ein Erfolgserlebnis verbucht. Nach der Auftakt-Niederlage in Bamberg und dem Freitagserfolg gegen Frankfurt ergatterten die Oldenburger vor 3400 Zuschauern mit dem 74:69 (37:30)- Sieg bei den Baskets Bonn die ersten Auswärtspunkte der noch jungen Saison. Wir haben in den letzten zwölf Minuten sehr gut agiert, und Jason Gardner hat unsere Jungs dann auch gut in Szene gesetzt. In der ersten Halbzeit haben wir dafür schlecht verteidigt, resümierte Krunic.
Oldenburg wirkte zu Beginn der Partie sehr gut vorbereitet und konnte zunächst auch den wegen eines Bänderrisses fehlenden US-amerikanischen Center Dan McClintock ersetzen. Hatten die Bonner in den Spielen zuvor ihre Gegner mit aggressiver Abwehrarbeit aus dem Konzept gebracht, hatten die Gäste am Sonntag die richtigen Mittel parat.
Jason Gardner setzte mit präzisem Pass seine Mitspieler in Szene, die sowohl unter dem Korb als auch von außen zur Stelle waren. Nach der 14:8-Führung der Gäste (7. Minute) nahm Bonns Trainer Michael Koch entnervt die erste Auszeit und unterbrach so den Rhythmus der Oldenburger, konnte aber deren 18:16 (10.) nicht verhindern.
Das Spiel blieb umkämpft und emotionsgeladen. Hatten die rund 70 Oldenburger Fans nach dem Dreier von Daniel Strauch zum 23:16 (12.) Grund zu jubeln, so näherte sich die Stimmung in der Hardtberghalle Richtung Siedepunkt, als Bonns Aufbauspieler Johannes Strasser per Fastbreak-Korbleger zum 23:23 (14.) ausglich.
Angetrieben von 3350 Zuschauern reagierte Bonn und traf nun aus der Distanz: Dreier Kolodzjieski, Dreier Frazier, Freiwürfe Burrell und die Gastgeber gingen mit sieben Punkten Vorsprung (37:30) in die Pause.
Jedoch gerieten die EWE Baskets nie in Panik, spielten klug die beste Angriffsoption aus und waren in der 29. Minute auf zwei Punkte ran, bevor Bonn vier Zähler in Folge markierte und die Krunic-Jungs mit einem 51:57 in die letzten zehn Minuten gingen. Im Schlussviertel drückte Oldenburg mächtig auf die Tube, zwang die Bonner zu Fehlern und hatte in der 35. Minute den Spieß umgedreht, ehe Gardner zum 64:61 traf und die Partie vorentschied.
