BOOKHOLZBERG - Sein hundertjähriges Bestehen kann der Bookholzberger Turnerbund (BTB) 2012 feiern. Dazu wird im August eine „Sportwoche“ durchgeführt. Einer der Höhepunkte, die der Vereinsvorsitzende Helmut Steinmann bei der Planung im Kopf hatte, fällt allerdings aus: Das neue Vereinsheim wird nicht rechtzeitig zum Jubiläum fertig.

Das Domizil des Vereins an der Huder Straße ist in diesem Jahr mit großem Aufwand saniert worden. Die neuen Sportplätze sind fertig, nun muss nur noch das Gras wachsen. Ersatz für das seit Jahren abgängige Vereinsheim ist aber noch nicht in Sicht. „Der Bauantrag liegt seit über drei Monaten beim Landkreis“, bestätigte Steinmann am Mittwoch auf Nachfrage. Der Grund: Es wurden diverse Gutachten nachgefordert, unter anderem zum Lärmschutz. Aufgrund der Verzögerungen des Baustarts ist mit der Einweihung des Vereinsheimes erst im Herbst zu rechnen.

Als sich 1912 aus einer gemütlichen Kartenrunde heraus einige junge Männer aus Grüppenbühren entschlossen, an den arbeitsfreien Sonntagen etwas zum Ausgleich für die täglich schwere Arbeit zu tun, war die Entwicklung des Sportvereins noch nicht abzusehen. Turnen am Gerät war zur damaligen Zeit große Mode. Und die Männer fanden sich unter dem Namen „Arbeitersportverein Frisch auf Grüppenbühren 2“ zusammen, erinnert sich Steinmann.

Die beiden Weltkriege, aber auch die Zeit dazwischen, hinterließen tiefe Spuren. Das Vereinsleben kam zeitweise zum Erliegen. Mehrfach veränderte sich der Vereinsname, zuletzt am 10. Juni 1949, als die Mitgliederversammlung die Umbenennung in „Bookholzberger Turnerbund e.V.“ beschloss.

Auch die Sportplätze wechselten. Um 1919 befand sich die „Sportwiese“ auf dem Bookholzberg, dem heutigen Gelände des Berufsförderungswerkes. Nach weiteren Umzügen konnte der BTB schließlich 1953 einen Platz an der Straße „Übern Berg“ übernehmen. Auf diesem Gelände steht heute die Grundschule.

Anfang der 70er-Jahre folgte dann der Umzug an die Huder Straße, wo zwei Sportplätze entstanden. Bereits ab 1957 konnte der BTB die Schul-Turnhalle bei der Grundschule nutzen, etwa 15 Jahre später auch die Großraum-Sporthalle am Ammerweg.

Geturnt wird im BTB immer noch. Allerdings ist das reine Geräteturnen in den Hintergrund getreten. Diese Abteilung zählt seit Jahrzehnten zu den mitgliederstärksten – auch ein Verdienst von Rena Meyer, die diese Abteilung nahezu 40 Jahre unermüdlich begleitet hat.

Von Beginn an wurde und wird im BTB Handball gespielt. Inzwischen ist dies die größte Abteilung. In der Fußball-Abteilung, die seit 50 Jahren besteht, sieht es nach Angaben des Vorsitzenden momentan nicht so rosig aus. Die erfolgreichste Zeit war um 1975.

Besondere Aufmerksamkeit verdient gegenwärtig nach Auskunft des Vorsitzenden auch wieder die Leichtathletik-Abteilung. Egon Budde trainiere derzeit einen Kreis von mehreren sehr talentierten jugendlichen Sportlern. Außerdem habe sich die Tischtennis-Abteilung in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt.