Bookholzberg - Als die Schlusssirene ertönte, rissen die sieben Akteure auf dem Feld die Arme in die Höhe, die Spieler von der Bank stürmten aufs Feld – und auf der Tribüne hielt es niemanden mehr auf den Sitzen: Mit einem 24:22 (9:10)-Heimerfolg gegen den TV Oyten haben die A-Juniorenhandballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg ihren ersten Sieg in der Bundesligageschichte perfekt gemacht – und damit Historisches geschafft. „Endlich haben wir den ersten Sieg eingefahren“, jubelte HSG-Trainer Stefan Buß. „Wir sind einfach nur glücklich“, ergänzte Kapitän Tilman Dehmel.
Zuvor bot das Tabellenschlusslicht in der wieder einmal ausverkauften Bookholzberger Halle über die gesamten 60 Minuten eine packende Begegnung – wenn auch nicht immer auf hochklassigem Niveau. Dabei begann es wieder einmal mit dem leidigen Thema Fehlpässe. Kaum ein Angriff konnte mit einem Wurf abgeschlossen werden, zu häufig geriet der Ball schon zuvor in die Hände der Oytener. Die HSG konnte sich dabei einmal mehr bei ihrem starken Torhüter Jan Kinner bedanken, dass der Rückstand nicht auf mehr als vier Gegentore anwuchs.
Hinzu kam, dass das Schiedsrichter-Duo um Jannis Brandt und Hendrik Thies, mit vielen strittigen Entscheidungen auf beiden Seiten, nicht wirklich für eine Beruhigung im Bookholzberger Spiel sorgte. Diese kehrte erst Mitte des ersten Durchgangs ein. Gerade in den Abwehraktionen kämpften sich die in orange gekleideten Hausherren in die Partie. Dazu lief es auch in den Offensivaktionen deutlich erfolgreicher. Nach 28 Minuten erzielte der vom Siebenmeterpunkt treffsichere Niklas Kowalzik das 9:9.
Nach dem Seitenwechsel duellierten sich die Teams in einem offenen Schlagabtausch. Beide Defensivreihen mit ihren Torhütern konnten sich immer wieder durch Blockaktionen und beeindruckenden Paraden auszeichnen. „Unsere Abwehr stand extrem sicher, und mit Jan Kinner hatten wir einen super Schlussmann“, lobte HSG-Trainer Stefan Buß.
Zu Beginn der Schlussviertelstunde erzielte Neuzugang Mirko Reuter das 16:15, danach verteidigten die Hausherren ihre Führung mit allen Kräften. „Natürlich war die Anspannung riesig“, atmete Dehmel nach dem Abpfiff tief durch. Zumal die HSG auch im Hinspiel in einem knappen Match trotz einer langen Führung am Ende nur unentschieden gespielt hatte. „Alle waren sehr nervös und hatten Angst, den letzten Fehler zu machen“, sagte Dehmel.
Doch im Angriff klappte es nun mit den so wichtigen Toren. „Am Ende ging es nur noch darum, möglichst viel Zeit von der Uhr zu nehmen“, erklärte der HSG-Kapitän. Als Henk Braun 13 Sekunden vor dem Ende den erlösenden Endstand zum 24:22 erzielte, kannte der Jubel bereits keine Grenzen. „Wir haben mit unseren unglaublichen Zuschauern im Rücken vielleicht die entscheidenden zehn Prozent mehr gegeben als Oyten“, sagte Coach Buß.
Am kommenden Wochenende geht es mit einem Auswärtsspiel beim SC Magdeburg weiter. „Im Hinspiel haben wir sehr gut gespielt, mal schauen was auswärts geht“, blickte Tilman Dehmel schon kämpferisch nach vorne. Und wer weiß – vielleicht sind die A-Junioren der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg mit ihrem ersten Sieg jetzt erst so richtig auf den Geschmack gekommen...
